25 Quadratmeter Deutschland

Wäre ich ein Hund, man würde mich vermutlich bald einschläfern, weil ich nur noch um mich bisse. Um die Finanzmärkte zu sanieren ohne dabei die Anleger zu belasten, werden immer neue Ideen ersponnen, wie man die Ärmsten noch mehr schröpfen kann. So gibt es einen „Expertenvorschlag„, HartzIV-Empfängern nur noch 25 m²-Wohnungen zuzubilligen.

Was man heute „Experte“ nennt, so scheint mir immer häufiger, meint übrigens etwas, das wir in meinem proletarisch dominierten Herkunftsviertel ein „Arschloch“ nannten. Zu denen gesellen sich dann auch gleich immer Besserherkünftige, die deren Ideen gut und gerecht finden, weil es ja Menschen träfe, die „überhaupt nichts leisten“. So einfach ist das immer noch, jeder kriegt das, was er verdient. Solche Äußerungen belegen freilich nichts als eine widerwärtige Haltung, inhaltich sind sie dumm, klischeehaft und schlicht falsch.

Worauf läuft das hinaus, wenn der Vorschlag der Menschenhasser umgesetzt wird? Die bisherige Größenordnung von 44 m² war ja keine Zuteilung von Luxuswohnraum, sondern richtete sich an der gegebenen Infrastruktur aus. Wohnungen von 25 m² Grundfläche gibt es nämlich nicht. Die paar Appartements, die auf dieser Fläche noch Kochnische und Dusche unterbringen, sind in der Regel sogar teurer als größere Sozialwohnungen, weil sie sich in gehobenen Wohnlagen finden. Wer wollte auch winzige Wohnungen zu niedrigen Quadratmeterpreisen anbieten? Niemand, der bei Verstand ist, vermietet unter solchen Bedingungen. Das ist maximaler Streß bei minimalem Gewinn bzw. sogar zu erwartenden Verlusten.

Es ginge also nur so, daß alles über der erlaubten Grenze selbst bezahlt werden müßte oder Obdachlosigkeit angeordnet würde. Obendrein wären Hilfeempfänger, die sich Zuzahlungen zur Wohnung leisten könnten, möglicherweise keine Hilfeempfänger mehr. Für Aufstocker hieße es, keine Hilfen mehr zu bekommen, solange sie sich eine Wohnung leisten. Das Ganze ist also nichts anderes als eine Kürzung unters Existenzminimum. Entweder wissen die Experten das, dann pfeifen sie einmal mehr aufs Grundgesetz, oder sie wissen es eben nicht. In beiden Fällen sind sie auch noch dumme „Experten“.

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57 Antworten to “25 Quadratmeter Deutschland”

  1. Bakunin Says:

    Ja flatter, der Kampf von Oben gegen Unten, die Schwächsten geht weiter, ist noch keinesfalls am Ende.
    Beinahe passend dazu entdeckt unser GRÖPROF aller Zeiten, Prof. UnSINN in der „deutschen Wirtschaft“ ein – …. „Sommermärchen“.., gar „Party-Laune“!
    Wer wohl noch macht DAS „uns“ nach?

  2. Salve Says:

    Einer dieser Experten ist Heinrich Alt.

    Er hat die schlechten Vermittlungsquoten seiner Arge damit begründet, dass die Hilfebedürftigen an ihren zu teuren Wohnungen hingen. Und er hat doch nur Jobs zu 3 Euro Stundenlohn im Angebot.

    Danke an die Idioten von der VWL-Fakultät.

  3. Bakunin Says:

    Salve meint:
    Juli 23rd, 2010 at 17:35

    „Einer dieser Experten ist Heinrich Alt.

    Er hat die schlechten Vermittlungsquoten seiner Arge .. “

    Wie ich so aus meinem Umfeld und auch schon direkt erleben musste fungieren diese Argen neben idiotischen „Maßnahmen“-Erzwingern fast nur noch als Zuhälter für die Leihfirmen.
    Normal(!) vermitteln tun die für die meisten Arbeitssuchenden praktisch gar nix mehr.

  4. Ralf Says:

    Nur zu Vergleich: ein 40 Fuß Container hat eine Grundfäche von 29,72 qm, ist schon einmal nicht geeignet.
    Und Falls einer doch Umziehen möchte/muss: Die Arge zahlt keinen Maklerund mit negativer Schufa gibt es schon einmal gar nix. Bleibt also nur die Brücke.

  5. Salve Says:

    Das absurde ist, Peter Grotian emer. Prof. der FU-Berlin schätzt , dass 180 Millionen Euro im Moment durch ALG2er selbst aus dem regelsatz für Mietleistungen erbracht werden.

    18 Milliarden Euro kostete die Rettung der Commerzbank.
    Würde der Bund diese 180 Milionen den Kommunen zur Verfügung stellen wäre 100 Jahre ruhe.
    Wobei ich eine bessere Wirtschaftspolitik bevorzuge, die von Transferleistungen unabhängig macht.

    wollen wir von dem andern absehen

    120 Milliarden HypoRealEstate
    … Milliarden IKB

    usw.

  6. Perspektive 2010 Says:

    Wenn dies der Weg sein sollte, die Deutschen endlich zu Millionen auf die Straße zu bekommen, auf dass sie der politischen und wirtschaftlichen Elite das verdiente „Honorar“ für ihre asoziale Gewaltherrschaft zukommen lassen, so soll es mir recht sein. In Frankreich, Italien oder Griechenland wäre so ein stetiges Schnauzehalten unmöglich. Wenn der deutsche Michel es nur lernt, nachdem er unter der Brücke schläft, während die Verluste der Immobilienbesitzer für leerstehenden Wohnraum weiter vom Steuerzahler erstattet werden, dann bitte schnell her mit der Umsetzung solcher Ergüsse dieser akademischen Mietmäuler. Die Revolte sollte blitzartig kommen und diesem Land endlich die Reinigung von all den alten und neuen Faschisten bewirken, die nach dem zweiten Weltkrieg übrig geblieben waren oder danach im bürgerlichen Lager neu herangezüchtet wurden.

  7. Olaf Says:

    Natürlich gibt es diese Wohnungen. Um diesen Vorschlag auszubauen, schlage ich vor, alle Arbeitslosen in ostdeutsche Plattenbauten zu stecken. Gerade Halle/Saale hat einiges an Leerstand. Da wird sich doch sicher ein schlauer Kopf finden, der auch auf diese Idee kommt. Außerdem sind die Ossis sowieso faul, was man ja an der niedrigeren Produktivitätsrate sieht…

    Ko**en möchte man, von früh bis spät.

  8. Bluntman Says:

    Es wird wohl so laufen, dass die KdU nur noch für 25qm gezahlt werden. Die „angemessenen KdU“ von 45qm werden auf die 25 runtergerechnet. Wenn sich der H4ler dann keine neue, günstigere Wohnung sucht, ist er halt selber Schuld.

    Das ganze könnte aber nur ne Nebelkerze für die ebenfalls angedachte Pauschalisierung der KdU sein. Die dann als „Segen“ an die H4ler verkauft wird.

  9. Perspektive 2010 Says:

    Und dann kommen sicher wieder so tolle „Leistungsträger“ aus der CDU / FDP daher und verhökern die übelstgen Mini-Buden mit Schrott-Ausstattung zum vollen Satz der ARGE. Da sag nochmal einer, die „Leistungsträger“ hätten nichts von Hartz IV & Co….

  10. Peinhart Says:

    Wenn ich irgendwo ‚Experte‘ lese oder höre, schalte ich sofort ab. Welch ein Glück.

    Nein, halt, doch gerade heute: „Alle Experten sind Experten von Medien und von Staats wegen und beziehen ihre Anerkennung als Experten allein daraus. Jeder Experte dient seinem Herrn; denn alle früheren Möglichkeiten der Unabhängigkeit sind von den Organisationsbedingungen der heutigen Gesellschaft fast gänzlich zunichte gemacht worden. Am besten dient selbstverständlich der Experte, der lügt.“ Quelle

  11. Wilhelm II Says:

    An alle meine unterthänigsten Mitarbeiter aller Argen!

    „Ihr wisst es wohl, ihr sollt vermitteln gegen einen verschlagenen, tapferen, gut verbal-bewaffneten, grausamen Feind. Kommt ihr an ihn, so wisst: Pardon wird nicht gegeben. Kinkenlitzchen werden nicht gemacht. Führt eure Waffen=Sanktionen so, dass auf tausend Jahre hinaus kein Hartzler mehr es wagt, einen Deutschen Arge-Mitarbeiter nur scheel anzusehen.“

    Und nun wohlan ans große Werk!

  12. JaNee Says:

    Pfercht sie ein, die minderleistenden Ballastexistenzen!

    Und die Kommentare unter dem entsprechenden Artikel bei FR-Online sind teilweise auch herzallerliebst. Junge Junge, da möchte man mal zwischenhauen.

    Ansonsten schließe ich mich der Meinung von #6Perspektive2010 an, es muss erst richtig weh tun, sonst rührt sich hier eh nix. Die Energie verpufft (gewollt) beim Gebrauch der wuwuzellas.

  13. Salve Says:

    Ich habe ein bisschen recherchiert.

    Die Kommunen legen Miethöchstgrenzen fest:

    http://www.harald-thome.de/oertliche-richtlinien.html

    Worum geht es dann den Kommunen wirklich?

    Sie wollen ein Bundesgesetz um Senkungen der Miethöchstgrenzen sozialgerichtsfest zu machen.

    Hätte mir gewünscht dass der Autor des oben verlinkten Beitrages sich auch Mühe gegeben hätte.

    Dann wüßte er , dass die Mieten moderat steigen während die Heizkosten und die Nebenkosten explodiert sind.

    Im Ergebnis weniger ALG2-Empfänger mehr Unterkunftskosten.

    Jetzt fehlen mir leider Zahlen.

    Zum Vergleich der zusätzlichen Einnahmen der öffentlichen Hand aus den steigenden Gas, Wasser, etc preisen mit den Unterkunftskosten.

    Ich glaube die Mehreinnahmen übersteigen die Mehrausgaben bei weitem, da alle Bundesbürger die höheren Kosten tragen aber nicht alle ALG2-Empfänger sind.

  14. Benjamin Says:

    Diese „Politik“ ist nur noch mit…

    Mir will und will nicht einfallen mit was diese Politik noch zu ertragen ist!

    -.-

  15. Guardian of the Blind Says:

    Durch mehr Obdachlose würden sie ihr Ziel auch erreichen, dass die Armen weniger politsche Rechte bekommen. Warum ruft es eigentlich nicht mehr Protest hervor, dass man in Deutschland ohne Wohnsitz nicht wählen darf?

  16. Gehard Schrödibär Says:

    Wahrscheinlich schwebt den sogenannten „Experten“ so ein Modell vor:

    http://www.infoseite-polen.de/newslog/?p=1546

  17. chao Says:

    Nach der Flucht meiner Eltern aus der DDR (Fluchthilfe-Vorwurf) wohnte eine 8-Menschen-Familie in einer Baracke auf max. 25 m^2 (hab nachgefragt bei den Eltern).
    Wenn’s geregnet hat, durften wir aus der Hütte herausgehen und uns im Schlamm wühlen (englisch: Slum).
    Als Experte würde ich dieses Programm für die Hartz4-Opfer vorschlagen, es lehrt die Kunst zu überleben. Was damals eine Notlösung war, kann heute nicht falsch sein.

    Yours sincerely.

  18. Geheimrätin Says:

    oh mann flatter. das hält wahrlich kein mensch und schon gar kein hund mehr aus. unserer ist vorgestern schlagartig zusammengebrochen. ob ich ihn wieder aufpeppeln kann, ist fraglich. neben schlechten nachrichtn, jobabsagen, mahnbescheiden und sanktionierungen, schlagen hier die viren ein wie die bomben. es ist krieg und ackermann wird zum ritter geschlagen.

  19. Maxim Says:

    Die Leserkommentare dazu bei den „Qualitätsmedien“ sind wirklich vom feinsten. Als ich zuletzt nachgeschaut habe, waren die Befürworter dieses Vorschlags in der Mehrheit, überwiegend nach dem Schema „Na und? In meiner Studentenzeit hab ich auf 20qm gelebt und mir ging es gut“ Solange man hier also nur einen Cent Staatsknete in Anspruch nimmt, muss man sich für jeden Quadratmeter rechtfertigen. Jeder neue, noch härtere Einschnitt wird auf das Entschiedenste begrüßt von einem Pöbel aus sadistischen Kotzbrocken, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Vergeudung seiner Steuergelder für Minderleister beklagt – Hier lohnt es sich doch wirklich zu leben.

    Die Einschätzung, der deutsche Michel werde schon zur richtigen Erkenntnis kommen, wenn es erst richtig weh tut, halte ich doch für ziemlich optimistisch. Man schaue sich die USA an, wo die Berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit eben über ein paar Obdachlose hinwegsteigen als wären es Müllsäcke. Viel Unmut regt sich da nicht.

  20. Andreas F. Says:

    Als nächstes werden die steuerlich alimentierten Menschenverächtern vermutlich vorschlagen, in Kooperation mit den großen Discountern Schlafplätze auf deren Hinterhöfe einzurichten – dort können sich dann die Unterprivelegierten (und ihre Kinder) angemessen aus den Müllcontainern versorgen. Wegen der zu erwartenden hohen Sterblichkeit spart man dann auch erheblich an der medizinischen Versorgung.

    Burn, Kapitalismus, burn!

  21. Bluntman Says:

    @14 Las dir Antidepressiva verschreiben, damit geht es einigermassen 😉

    @16 Deutschland ist Polen meilenweit voraus. Hier gibt es keine Container, die Leute werden auf die Straße gejagt.

    Es gibt doch genug leerstehende ehemalige Kasernen. H4ler da einquartieren, Kohle sparen, Wirtschaft und Eliten gerettet. Super Sache, ne?

  22. Roberto J. De Lapuente Says:

    Sicher, 25 qm-Wohnungen gibt es nicht – eine Sache wird sein, man bezahlt die entstehende Differenz. Die andere Sache wäre, oder sagen wir zuversichtlicher: wird sein, dass man solche Wohnungen baut, gleich neben 35 qm-Wohnungen für ALG II-Paare und 45 oder 55 qm-Wohnungen für Familien mit Kindern. Draußen vor der Stadt findet sich billiges Bauland… der Rest ist, was man schon immer ahnte…

  23. Geheimrätin Says:

    @ Roberto

    Ja Roberto, Dienstwohnklos für Straßenfeger und Schneeschnipper. (die sich im Sommer dann auch als Luftwedler bei der Deutschen Bahn verdient machen dürfen)

  24. Bakunin Says:

    Liebe Kommentatoren, nun vergesst doch endlich mal eure Träumereien von einem „Aufstehen“ des deutschen oder sonstigen (Migranten) „Michels“ in diesem Land!
    Weshalb tut er es nicht?
    Schaut ihn euch genau an, und ihr versteht.
    Er hat einen festen Job, unbefristeten Arbeitsvertrag, einen wie auch immer festgezurrten Tariflohn samt einiger Extras(Urlaubs- u.Weihnachtsgeld, manchmal gar Gewinnbeteiligung) und einen starken Kündigungsschutz, zumindest so lange wie seine Bude nicht schließt.
    Wieviel bekommt er im Monat Netto auf die Kralle und wie viele Wünsche hat er, wofür sein Tariflohn i.d.R. einfach so oft nicht reicht?
    Was will er alles? Nun, möglichst eine neueres Auto!(Darunter gibt es keinen deutschen oder sonstigen kleinen, d.h. kleinbürgerlichen Michel, schon dafür tut er FAST ALLES!), natürlich auch mindestens einmal im Jahr sein „Malle“ oder…., was „leistet“ er sich sonst noch alles bei seinem oft nicht zu großen Geldbeutel? Eine Menge! Eine Menge!
    Aber wie „schafft“ er das alles so mit seinem Tariflöhnchen, „schaft“ es, eine Art kleinbürgerliche Wohlstands-Fassade aufrecht zu erhalten, ein wenig „Bürger“ zu spielen?
    Hat er einen geheimen Helfer, einen Helfer, den er zwar gewöhnlich verleugnet in seinem meist ebenso kleinbürgerlichen Umfeld wie einst Petrus Jesus beim ersten Hahnenschrei, den er aber insgeheim immer wieder mal frequentiert?
    ER HAT !!!
    Natürlich, ihr ahnt es schon, sein kleines gewöhnlich verleugnetes Helferlein ist – seine „Hausbank“!
    Dort steht er immer wieder auf der Matte, dort hat er sich zu erklären, zu verantworten.
    Dort ist sein „Leben“!
    Sein „netter Filialleiter“ bleibt meist auch immer „nett“ und auch immer wieder „hilfsbereit“, genehmigt mal dieses Kreditchen, ein andermal auch eine vorübergehende Erhöhung des DISPOS zwecks Überbrückung eines „Engpasses“, z.B. teurer KFZ-Werkstatt Besuch, Urlaub etc…
    Aber natürlich läuft das alles nur so lange, wie unser „Michel“ seinen Lohneingang weiter vorweisen kann, unbefriste Beschäftigung mit allem drum und dran.
    Von dem Tage an, wo der Job, der Tariflohn plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld wegfallen, „fällt“ sehr bald auch bei seinem kleinen „netten“ insgeheimen Helferlein, seinem vorher immer so „hilfsbereiten Fiialleiter“ sein immer wieder „Aushelfen“ weg, muss das Konto unseres Michels sehr bald auf NULL zurückgeführt werden, werden Lastschriften schon bei wenigen Cents wegen fehlender Kontodeckung zu sehr hohen Kosten für unseren Michel zurückgesendet, nicht eingelöst.
    Unser Michel steht plötzlich in dieser von ihm so bewunderten Gesellschaft, welcher er sich ein Leben lang immer so brav und artig und untertänig angedient hat, mit heruntergelassenen Hosen da, zählt nichts mehr, gehört nach einem Jahr als „Hartzi“ dann endgültig zu jenen, die er heute noch verachtet, auf die er verbal oft mit gern eindrischt.
    Jeder kann es also kapieren: Unser Michel, auf deren „Erheben“ ihr alle so so so sehnsüchtig wartet, hat schon vor langer Zeit sich und seine Seele an den Teufel, d.H. den Kapitalismus, seinen „Errungenschaften“, verkauft, ist an diesen mit zahllosen finanziellen KETTEN fest angekettet und muss ihm folgleich bis zum Ende dienen.
    Und so lange es ihm möglich ist, mit Hilfe eines festen Jobs und normaler Tariflöhnerei diesem teuflischen Pakt weiter zu frönen, so lange hat er in dieser Gesellschaft gegenüber allen, die „unter“ ihm stehen, gewisse materielle VORTEILE, VERGÜNSTIGUNGEN, auf welche er in keinem Falle verzichten will, nicht nur um seiner selbst willen, nein, auch wegen seiner Frau und Kinder, welchen bei einem sozialen Absturz ja ebenfalls hart betroffen sind – siehe Hartz 4!
    Ich fürchte ganz einfach, dass eure Bärte eher die Straßen fegen könnten als das eure feuchten Träume von einem „Aufstehen“ des „deutschen Michels“ sich jemals erfüllen werden.
    Dies alles erklärt auch seine absolut fehlende Solidarität mit Befristeten, Leiharbeitern, selbst gemobbten und gedemütigten „Kollegen“.
    Und das ist die „Welt der Arbeit“ seit den 90er Jahren.
    Sorry Leute, dass ich so realistisch, für „hoffende“ Gemüter so pessimistisch bin!

  25. Salve Says:

    @Roberto

    Den Städten fehlt dass Geld.

    Das ist die Stunde der deutschen Bank.

    Die könnte auch den Sicherheitsdienst finanzieren.

  26. Bakunin Says:

    Roberto J. De Lapuente meint:
    Juli 23rd, 2010 at 21:47

    „Sicher, 25 qm-Wohnungen gibt es nicht “

    Hallo Roberto, unterschätze mal nur nicht den Einfallsreichtum unserer Hartz 4- Bürokraten!
    In LÖBAU, Ost-Sachsen, kam man schon vor Jahren auf die geniale Idee, Hartz 4lern, die eine zu große Wohnung bewohnten, aber keine kleinere finden konnten, ein, manchmal gar zwei Zimmer dieser „zu großen Wohnung“ einfach abzuschließen und – zu VERSIEGELN!
    Auch wenn sich nach einiger Zeit dort Schimmel breit machte…
    Lehre: Unterschätze niemals die „Kreativität“ Deutscher Beamter!

  27. Charlie Says:

    Immer wieder muss ich in diesen Tagen an den erschreckenden Film „Der Pianist“ denken, der die Geschichte eines jüdischen Pianisten im Warschau der 30er und 40er Jahre erzählt.

    In diesem Film kann man wunderbar sehen, wie die Repressionen gegen die Juden nach dem Einfall der deutschen Truppen langsam beginnen, wie verschieden einzelne Personen darauf reagierten, wie absurd das ganze auch damals den Betroffenen erschien, wie groß die Hoffnung war, dass die Faschisten es „schon nicht allzu schlimm treiben“ werden, wie es schnell immer schlimmer wurde und wie die nicht-jüdische Bevölkerung damit umgegangen ist. Es stockt einem der Atem beim Ansehen dieses Films, der so harmlos beginnt und dann so unerträglich wird, wenn die Realität des Warschauer Ghettos und die Zeit der Deportationen gezeigt wird.

    Wenn man sich heutige Schreiben vom Amt durchliest, herrscht in weiten Teilen derselbe Ton wie damals. Die Richtung ist vorgegeben, das Ziel ist bekannt – es ist konsequent, dass die neoliberale Bande nun immer weitergeht. Der Sozialstaat (egal, was das Grundgesetz dazu sagt) ist in ihren Augen ein Übel, das es im Namen der Kapitalfreiheit zu beseitigen gilt. Und genau das tun sie seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts – wie damals, Schritt für Schritt. Sie werden nicht damit aufhören, bis von diesem Sozialstaat und der Demokratie nichts mehr übrig ist.

    Ob nun Ghettos, Konzentrationslager oder massenhaft Obdachlose und Zeltstädte (wie z.B. in den USA) dabei herauskommen, ist einerlei. Es geht um soziale Selektion – und die führen sie ohne Atempause immer weiter fort.

    Ich schließe mich Jean Ziegler an, der ebenfalls die dunklen Wolken des Faschismus aufziehen sieht: „Wir müssten der Tragödie ein Ende setzen, sonst werden Wahnsinnige unseren Planeten mit in den Abgrund reißen.“ (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14621 )

    Allerdings teile ich Bakunins Pessimismus, was die deutsche Bevölkerung und ihren kleinbürgerlichen Egoismus betrifft. Wir müssen da also auf andere Menschen hoffen, z.B. auf die Franzosen.

    Um auf den o.g. Film zurückzukommen: Man könnte so viel daraus lernen. Da sehen wir auch, dass im Warschauer Ghetto Einzelne sich zusammenschließen, um Druckerzeugnisse zu erstellen, die die Wahrheit unters Volk bringen sollen – während der große Rest sich doch willfährig den Unterdrückern unterwirft und verzweifelt mit dem eigenen Überleben beschäftigt ist und dafür auch gerne mit dem System zusammenarbeitet. Ohne jeden Sinn, wie man im Nachhinein weiß.

    Wiederholt sich die Geschichte tatsächlich?

  28. unbequemer Says:

    Wie sagte schon Einstein – über die Dummheit – sie ist unendlich.

    Wer glaubt, Politiker und deren Zuarbeiter in den Ministerien seien gegen Dummheit imun – der irrt gewaltig.

    Gerade dort ist die Dummheit am sichersten zu finden.

    Man sollte ein „Handbuch“ schreiben.

    Dumme für Dummis. Oder, Beamte für Dummies.

  29. udo haupert Says:

    Ich schlage vor, das SGBII um den §22a zu ergänzen. Er ist formuliert in Anlehnung an den §6 der Tierschutz-Hundeverordnung von 2001. Sollten Sie diesen Vorschlag zynisch finden, empfehle ich tiefe Meditation über die bisher veröffentlichten Verschlimmbesserungsvorschläge zum SGB. Sie dienen ausschliesslich dazu, das Urteil des Bundesverfassungsgericht vom Februar 2010 auszuhebeln und die Akzeptanz der Bevölkerung zu einschneidenden Kürtungen im Sozialbereich zu erhöhen.

    § 22a Anforderungen an die Zwingerhaltung
    (1) Ein Mensch darf in einem Zwinger nur gehalten werden, der den Anforderungen nach den Absätzen 2 bis 4 entspricht.
    (2) In einem Zwinger muss
    1. dem Menschen entsprechend seiner Widerristhöhe folgende uneingeschränkt benutzbare Bodenfläche zur Verfügung stehen, wobei die Länge jeder Seite mindestens der doppelten Körperlänge des Mensches entsprechen muss und keine Seite kürzer als zwei Meter sein darf:
    Widerristhöhe cm Bodenfläche mindestens qm
    bis 100 6
    über 100 bis 115 8
    über 115 bis 130 10
    über 130 bis 145 12
    über 145 bis 160 14
    über 150 bis 175 16
    über 175 bis 190 18
    über 190 20,
    2. für jeden weiteren in demselben Zwinger gehaltenen Menschen sowie für jede Frau mit Kindern zusätzlich die Hälfte der für einen Menschen nach Nummer 1 vorgeschriebenen Bodenfläche zur Verfügung stehen,
    3. die Höhe der Einfriedung so bemessen sein, dass der aufgerichtete Mensch mit den Vorderpfoten die obere Begrenzung nicht erreicht.
    Abweichend von Satz 1 Nr. 1 muss für einen Menschen, der regelmäßig an mindestens fünf Tagen in der Woche den überwiegenden Teil des Tages außerhalb des Zwingers verbringt, die uneingeschränkt benutzbare Zwingerfläche mindestens sechs Quadratmeter betragen.
    (3) Die Einfriedung des Zwingers muss aus gesundheitsunschädlichem Material bestehen und so beschaffen sein, dass der Mensch sie nicht überwinden und sich nicht daran verletzen kann. Der Boden muss trittsicher und so beschaffen sein, dass er keine Verletzungen oder Schmerzen verursacht und leicht sauber und trocken zu halten ist.
    Trennvorrichtungen müssen so beschaffen sein, dass sich die Mensche nicht gegenseitig beißen können. Mindestens eine Seite des Zwingers muss dem Menschen freie Sicht nach außen ermöglichen. Befindet sich der Zwinger in einem Gebäude, muss für den Menschen der freie Blick aus dem Gebäude heraus gewährleistet sein.
    (4) In einem Zwinger dürfen bis zu einer Höhe, die der aufgerichtete Mensch mit den Vorderpfoten erreichen kann, keine Strom führenden Vorrichtungen, mit denen der Mensch in Berührung kommen kann, oder Vorrichtungen, die elektrische Impulse aussenden, vorhanden sein.
    (5) Werden mehrere Menschen auf einem Grundstück einzeln in Zwingern gehalten, so sollen die Zwinger so angeordnet sein, dass die Menschen Sichtkontakt zu anderen Menschen haben.
    (6) Menschen dürfen in einem Zwinger nicht angebunden gehalten werden.

  30. gerdos Says:

    Nr. 19 maxim: Über den Link „Experten“ (1. Abs. im Text)landet man auf fr-online. Ausgerechnet dort gibt es als erstes einen erfrischenden Kommentar. Hier ist er. „1. Kein Zweifel In Deutschland sind wieder Faschisten am Ruder.“ Habe dem nichts hinzuzufügen.

    Es fehlen jetzt nur noch die öffentlich medialen Verweise der Entwicklungshilfe-Experten auf die Zustände in den Armutsregionen des Trikont nach dem Motto: „25 qm Wohnraum sind gemessen an den Lehmhütten in Anatolien (Nigeria Kamerun,Ghana usw.) ja noch ein Luxus.“ Mit derartigen Vergleichen wird die staatlich organisiere Armut regelmäßig noch als Wohltat vermittelt.

  31. đª]V[ªX » 25 Quadratmeter Armut Says:

    […] Ich! Fass! Es! Nicht! Irgend so ein Jürgen aus dem Hause von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat einen Regelungsvorschlag verfasst, der vorsieht, die Wohnungsgröße für Hartz-IV-Empfänger auf 25qm zu begrenzen. Das ist so menschenverachtend widerlich, dazu will ich gar nix schreiben. Das überlasse ich flatter, der macht das schon ganz gut. […]

  32. carlo Says:

    Wie geht man mit einer deutlichen „Bürgerkriegserklärung“ um? Ich weiß es (jetzt noch) nicht. Jedenfalls kann man sich das nicht mehr schöntrinken.

  33. Ralf-zwei.null Says:

    Wenn die Nichts- und Minderleister durch Umsetzung diverser Expertenvorschläge endlich ausgehungert und physisch vernichtet sind, wer ist dann der Nächste?

  34. Bakunin Says:

    Ralf-zwei.null meint:
    Juli 24th, 2010 at 11:30

    „Wenn die Nichts- und Minderleister durch Umsetzung diverser Expertenvorschläge endlich ausgehungert und physisch vernichtet sind, wer ist dann der Nächste?“

    Natürlich ein JEDER, der plötzlich – warum auch immer – nicht mehr bereit ist, seinem Chef, seinen sonstigen Vorgesetzten, ob nun in Privatunternehmen oder Ämtern und Behörden, in den Arsch zu kriechen, auch mal unliebsame „Kollegen“ zu mobben oder zu denunzieren(siehe Fall Emma in Berlin!).
    Dieser KLassenkampf von Oben gilt der ganzen, nochmals ganz langsam: der GANZEN lohnabhängigen Klasse! Compris?

  35. zungenwerk Says:

    wer in österreich keiner geregelten arbeit nachgeht oder (im falle der verlustigkeit derselben) pilgerreisen zum arbeitsamt bloß sporadisch antritt, erhält staatlicherseits nur innerhalb eines limitierten zeitrahmens unterstützung, und löst probleme meist dahingehend, bei verwandten und freunden unterschlupf zu suchen, respektive vorsorglich – den nächsten winter voraussehend – einen warmen schlafplatz in einem u-bahn-klo zu ergattern; in sachen nahrungsaufnahme hat er sich nicht selten auf das wohlwollen karitativer organisationen zu verlassen.

    ich schreibe dies nicht, um die ansprüche deutscher hartz-vier-bezieherinnen zu relativieren, sondern um meinem erstaunen ausdruck zu verleihen hinsichtlich des umstands, dass deutschland und österreich bürgern ohne anstellung recht unterschiedlich zu begegnen scheinen.

  36. Gevatter Ackermann und die geplünderte Republik | Geheimrätin's Fenster zum Hof Says:

    […] eine drastische Wohngeldkürzung Anspruch auf Hartz IV – und somit auch auf eines dieser 28 m² Luxus-Wohnklos […]

  37. Ralf-zwei.null Says:

    „Dieser KLassenkampf von Oben gilt der ganzen, nochmals ganz langsam: der GANZEN lohnabhängigen Klasse! Compris?“

    @Bakunin,

    Mir das zu erklären, hieße ja Euro nach Athen tragen… 😉
    Wichtig ist doch, dass genau diejenigen, die Du konkret ansprichst, so tun, als sei ihr von oben zugebilligter Status festgemeißelt auf ewig. Irgendwann werden sie aufwachen, aber dann ist es zu spät, fürchte ich.

    Mit Deinem Beitrag #24 hast Du mir sowieso schon aus dem Herzen gesprochen.

    Und mit meiner Frage, wer der Nächste sei, wollte ich genau diejenigen meinen, die den Pakt mit dem Teufel eingegangen sind.

  38. altautonomer Says:

    Karlo Nr. 32: Ganz einfach. Bomben basteln,
    Waffen klaun,
    Experten in die Fresse
    haun (scherz!).

  39. jaissetdenn Says:

    Wer noch Zweifel hat an @24 Bakunin sollte einfach mal hier reinlesen: http://bigs.homepage.t-online.de/

    Da schreibt eine Senior Contentmanagerin über ihren Alltag. Das klingt dannvorwiegend so:

    Zitat: Im Büro klebt man am Tisch fest! Ich krieg schon Pickel von der Hitze. Unsere Chefs sind aber so lieb, dass wir Wasser bis zum Abwinken auf ihre Kosten trinken dürfen, was offensichtlich auch alle rege in anspruch nehmen. Wasser, Milch und Kaffee zahlen die immer! Das muss man auch mal lobend hervorheben!

    Hartz IV hat in dem Idyll keinen Platz. Passiert denen nicht! Versprochen!

  40. penzoe Says:

    ich lebe seit 10 jahren in einer 25 m² großen wohnung. da gibt es erst mal einen kleinen flur mit platz für schuhe und mäntel und ein bad mit fließend heißend wasser, badewanne, waschbecken, toilette, waschmaschine und raum für kosmetik- und putzartikel. dann kommt ein wohn- und schlafbereich, hier habe ich sogar einen esstisch, an dem vier mann platz nehmen können und einen blumenständer! und dann ist da noch die küche mit herd, kühlschrank, spüle und klitzekleiner arbeitsplatte. und auch wenn ich ständig meine schlafgelegenheit vom bett zur couch umbauen, meine kochaktivitäten bis ins wohnzimmer ausdehnen und mein winterbett ständig zur mama und wieder zurück tragen muss, fühle ich mich deshalb nicht menschenunwürdig behandelt. ich bin hartz-iv-empfänger, und die ungerechtigkeit kann man bestimmt an vielen dingen festmachen, der 25 m²-Wohnraum ist es nicht.

  41. Bakunin Says:

    jaissetdenn meint: „Hartz IV hat in dem Idyll keinen Platz. Passiert denen nicht! Versprochen!“

    Und damit „denen“ das nicht „passiert“, ist man in immer mehr Unternehmen dazu übergegangen, neu zu besetzende Stellen mehr und mehr zu befristen oder durch Leiharbeiter zu besetzen, in immer mehr Firmen sogar schon mit bei Bedarf telefonisch abrufbaren Basis(400 EUR)-Jobbern.
    Natürlich immer in bester Eintracht und mit wohlwollenden Abnicken durch Betriebsräte und Gewerkschaftler.
    Auf Betriebsversammlungen werden dann noch Leiharbeiter und befristet Beschäftigte gefeiert als „Schutz und Puffer“ für die Stammbelegschaft, als „Preis“ für DEREN Arbeitsplatzsicherheit.
    Natürlich unter eisigstem Schweigen der neben der Geschäftsleitung sitzenden Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter!
    Ich würde es selbst kaum glauben, hätte ich es nicht mit eigenen Augen und Ohren erlebt.
    Auf diese Weise wurden viele Unternehmen zu quasi „Abbildern“ des indischen Kastensystems umgemodelt.
    Und „Vater Staat“ schafft mit fast unbegrenzten Kurzarbeitergeld für FESTANGESTELLTE in Krisenzeiten für zusätzliches Wohlwollen, Stillhalten unserer Tarif-„Michels“ – und sorgt so ganz „nebenbei“ mit für deren Stimmabgabe für vornehmlich CDU/CSU/SPD… bei Landtags -u.Bundestagswahlen….
    Macht man, so auf Kosten ANDERER „gepampert“ durch Kapital und Staat einen Aufstand gegen das „System“, einen Aufstand gegen Kürzungen, die ja „nur“ ANDERE besonders hart treffen?
    Nein, diese Leute müssten ja schon beinahe übermenschliche Engel sein, dies zu tun.
    Oder Klassenbewusstsein? Das haben HEUTE (fast)nur noch die besitzenden Klassen!!!

  42. flatter Says:

    @penzoe: Na herzlichen Glückwunsch, dich betrifft oder stört es nicht, also ist das in Ordnung? Ist das soweit, daß die Hartzies selbst um die Knute betteln? Und wieder einmal fordere ich dazu auf, auf das Posting einzugehen, wenn man hier kommentiert, da stehen nämlich Argumente und Hinweise drin, die selbst mit einem (selbst-)Zufriedenen nicht widerlegt sind, der mit weniger auskommt.

  43. Bakunin Says:

    Also flatter….

    Wenn man mal davon ausgeht, dass dieser Mensch Single ist, keine Kinder hat, für niemanden als für sich selbst verantwortlich ist, in seiner unmittelbaren Umgebung Verwandte oder gute Freunde hat, bei denen er sich mal öfters besuchsweise aufhalten kann, vielleicht noch in der Nähe eine Freundin mit Job und größerer Wohnung, dann kann man penzoe durchaus zustimmen ohne damit Hartz 4 insgesamt zu rechtfertigen.
    So könnte man dann durchaus einigermaßen menschenwürdig leben.
    Ob Hartz 4 oder ein mehr oder weniger guter Lohn, es kommt immer auch ein wenig auf die ganz persönlichen Lebensumstände an, wie man mit einer bestimmten Geldsumme, bestimmten Wohnbedingungen zurechtkommen kann.
    Jedenfalls wäre auch ich gespannt auf interessante Beiträge zu penzoes „Zufriedenheit“(?)!

  44. penzoe Says:

    warum sollte ich auf einen beitrag, dessen erstes argument lautet, es gebe keine 25 m²_wohnungen, näher eingehen? natürlich gibt es die, nähmlich hier im Osten… in dresden, in leipzig, es gibt sogar wohnungen mit noch weniger wohnfläche, und selbst in denen lässt es sich trefflichst über soziale gerechtigkeit streiten. mir geht einfach flatters ahnungslosigkeit auf den keks, damit zieht er
    wie don alphonso nur eine kliente selbsternannter stützen der gesellschaft hoch, die sich humanistisch selbst beweihräuchern und sich trotzdem als was besseres fühlen.

  45. flatter Says:

    warum sollte ich auf einen beitrag, dessen erstes argument lautet, es gebe keine 25 m²_wohnungen, näher eingehen?
    Weil deiner sonst gelöscht wird zum Beispiel.
    Dein Gelaber über „was Besseres“ paßt prima in diese Ignoranz. Du hast weder den Beitrag kapiert noch offenbar, wo du hier bist.
    Zu den Wohnungen, die es da gibt, zwei Hinweise. Erstens der hier, der zeigt, wer hier ahnungslos ist. Zweitens ist es natürlich grandios, damit zu argumentieren, „im Osten“ gebe es genügend solcher Wohnungen, wenn es in Bayern dann für jeden zehnten Arbeitslosen noch eine offene Stelle gibt und damit dann bundesweit alle Hartzer drangsaliert werden.
    Ich bin nichts Besseres, aber offenbar etwas nicht ganz so Beschränktes.

  46. JaNee Says:

    Naja, wer in einer devoten Duldungsstarre verharrt, der wird halt gef*.

    In dem Sinne lieber penzoe.

    Ich könnte kotzen, die Blockwart Mentalität schlägt wieder voll durch. Warum? Liegt es am TV? An der Bildungsmisere im speziellen? Ist es gewollt? DAS wäre doch im Grunde die einzige Antwort.

    Wie auch immer, ich gehe jetzt wuwuzelle tröten, sonst kommt mir noch ein revolutionärer Gedanke hihi

  47. Bluntman Says:

    Naja, man kann schon auf 25qm leben, das will ich nicht abstreiten. Aber darum geht es mMn doch nur vordergründig.

    Ich kann mir am besten Willen nicht vorstellen, dass die ARGEN millionenfache Zwangsumzüge durchführen wollen/werden.

    Es wird doch nur versucht, eine „individuelle“ Regelsatzkürzung durch die Hintertür zu etablieren. Es soll nur der runtergerechneten qm Preis bezahlt werden. Etwas ähnliches wird ja mit der ebenfalls angedachten Pauschalisierung der KdU versucht. Den Rest kann der H4ler selber zahlen, oder auf eigene Kosten in eine günstigere Wohnung ziehen, sofern er denn eine findet.

    Meines Wissen zahlen die Kommunen 3/4 der KdU. Die wollen eine Deckelung der Kosten. Die Nebenkosten „explodierten“ ja in den letzten Jahren. Bei den Stromkosten ist das alles nur eine lächerliche Farce, da der H4ler die aus dem Regelsatz zahlen muss. Der dafür veranschlagte Betrag ist zwanzig Euro irgendwas. Selbst wenn man 12 Stunden ausser Haus ist, ist das total unrealistisch und an der Realität vorbei. Aber was palaver ich hier, der komplette Regelsatz ist an der Realität vorbei „errechnet“ worden.

    Deutschland braucht dringend ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ansonsten geht der Krieg gegen die Armen weiter, anstatt die Armut wirkungsvoll zu bekämpfen.

  48. penzoe Says:

    na super, nur weil ich mich mit meinem bescheidenen wohnraum nicht von leuten, die von tuten und blasen keine ahnung haben, nicht pauschalisieren lassen möchte, werde ich gleich mal als trötenpustener tv-trash-kosumierender wicht degradiert. ein beweis mehr dafür, dass es auch hier nicht um solidarität geht, sondern nur um klare abgrenzung.

  49. flatter Says:

    Lerne lesen und komm dann wieder. Es geht hier nicht um dich, es geht um Leute, die ein Problem damit haben, wenn ihnen der Mietzuschuß gekürzt wird, weil ihre Wohung als zu groß deklariert wird. Wenn du das nicht raffst, mußt du hier nicht rumkläffen und so tun, als müsse jeder, der sich mit HartzIV befasst, in deinem Goldfischglas paddeln.

  50. Geheimrätin Says:

    @penzoe

    Hier wo ich lebe gibt es diese 28 m² Apartements definitiv so gut wie gar nicht,bzw. die paar wenigen, die es gibt, werden nur an studierende Kinder aus gut betuchtem Elternhaus vermietet und das auch nur, wenn die Eltern bürgen u. den Mietvertrag unterschreiben. Also, von welcher Solidarität sprichst du?

  51. penzoe Says:

    ich habe gelesen, und ich habe im rahmen meiner möglichkeiten 😉 nachgedacht. erst don alphonso, dann dich samt kommentatoren… ihr seid es nicht, die helfen, das müssen andere sein.

  52. flatter Says:

    (49) wurde editiert und erweitert.

  53. Ollie Says:

    @39: „http://bigs.homepage.t-online.de/“ das ist kein Idyll..das ist belanglos. Erschreckend ist, dass die Sozialschraube weiter und weiter zugedreht wird, die Banken immer noch keine Finanztransaktionssteuern zahlen, Spekulationen immer noch staatliche gedeckelt werden und die Unsummen die dort verfeuert werden ein Wahnsinn im Vergleich zu den Streichungen bei den „Prekären“ bedeuten. Die Evangelikalen und Neocons sind vom Amiland zu uns rübergeschwappt und irgendwie haben die Leute das noch gar nicht kapiert, sehen Wulff und seine blonde Lady in der Bunte ja auch so schön nach unserm Kaiser aus. Die Sozialdebatte und die Ausländermethodik sind immer noch die sichersten Argumente der ehemaligen Volksparteien, ihre Stimmen zusammen zu holen. Scheisse nochmal, dass Leute wie wir uns nicht durch das Fernsehen informieren. Auch da gibts viel zu tun….bleiben wir dran!

  54. Geheimrätin Says:

    Es sei hier auch nochmals drauf hingewiesen, dass bereits heute die Mieten, selbst die von Sozialwohungen nicht in ihrer Gänze vom „Amt“ übernommen werden. Die Angemessenheitsrichtlinien entbehren bereits heute vielerorts jeglicher Realitätsbezogenheit. Zudem dürfen laut Aussage der hiesigen Wohnungsbaugesellschaft nach den neuen Richtlinien von 2008 Mieterhöhungen für öffentlich geförderte Wohungen nach dem auslaufen des Förderkredits alle 2 Jahre um 20 % erhoben werden. Muss aber um 10 % unterterhalb des Mietspiegels bleiben. (dieser ist im Jahr 2009 bei kleineren Wohnungen um 9 % gestiegen, bei größeren um 4%!)

    Noch dramatischer ist die Situation in Berlin, siehe dazu folgenden Beitrag im Gentrification Blog

    Zusätzl. soll das Wohngeld ja noch gekürzt werden, wodurch dann viele Geringverdiener, die grade noch so hinkamen dann auch noch runter ins Harzt IV -Getho gedrückt werden. Wo, außer unter Brücken sollen denn die vielen Menschen noch leben, wenn das so weiter geht?

  55. unbequemer Says:

    Wenn die in Berlin das durchdrücken wollen, dann gibt es nur einen Weg – den der Klage.

    Das BVerfG hat die Aufgabe, verfasungswidrige Gesetze zu kippen. Siehe auch Berechnung des Regelsatzes.

    Man darf nur den Kampf nicht aufgeben. Wer nach einem Antrag und der Ablehnung einen Widerspruch einlegt, solle nciht aufhören zu kämpfen, wenn dann ein Widerspruchsbescheid kommt. Dann muss man eben vor das Sozialgericht und dort klagen.

    Die Gemeinden mussten die alte Sozialhilfe aufbringen. Durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit und auch der Länge dieser Zeit stiegen diese Kosten sehr stark. Das versetzte die Kämmerer in Panik.

    Der Bund hatte mit der Arbeitslosenhilfe auch einen immer höher werdenden Posten an den Backen. Also wurde getrickst. Es wurde ein angebliches ALG-2 geschaffen, was aber nur eine reduzierte Sozialhilfe ist.

    Während die „alte Soialhilfe“ auf die Bedürftigkeit der Menschen zugeschnitten war, was dazu führte, das Gerichte den Sozialhilfeempfängern immer wieder Recht gaben, wenn Sie klagten, und es Informationen und Beratungsstellen gab, sehr gute sogar, musste auch das zerschlagen werden.

    Die Gemeinden haben sich von den Aussagen der damaligen Bundesregierung täuschen lassen. Die Kosten der Unterkunft, das war vorher schon offensichtlich, würden sehr stark steigen, da kaum noch Wohnungen mit Sozialbindung bestehen. Der soziale Wohnungsbau ist tot.

    Der Regelsatz, der unter der alten Sozialhilfe liegt, denn es wurde nur eine Ansparpauschale auf den alten Betrag draufgesetzt, reicht eben nicht zum Leben, nur gerade noch zum existieren.

    Aber die Unterkunftskosten, die hatten nun die Gemeinden am Allerwertesten. Und die steigen und steigen, durch die Masse der Erwerbslosen.

    Die Verluste der Gemeinden durch die „PPP“ – Public Private Partnership – tragen einn weiteres zur Finanzmisere bei. Neben den Spekulationen der Finanzblase.

    Zitronen kann man ausquetschen. Und wenn man die Technik des ausquetschen verfeinert, lassen sich ein paar Tropfen mehr herauspressen. So wird nun eben mit den Erwerbslosen dieses Verfahren geprobt.

    Und wenn es dann eines Tages perfekt funktioniert, bewaffnete Drohnen, ferngesteuert von durch Computerballerspielen dressierte Scwachköpfe an der Konsole gelenkt, für die jeder Abschuss nur ein Spiel ist, Kollateralschäden sind ja inzwischen Gewohnheit, dann ist das Aufwachen derer, die sich heutzutage noch in ihrem Job sicher fühlen, die glauben, SIE seien ja nicht zu ersetzen, zu spät.

    Willkommen in der „schönen neuen Welt“ von morgen oder übermorgen.

    Ach, Selbstmordattentäter glauben auch das richtige zu tun. Dort stehen Hintermänner die ihnen einreden, das sie dafür im Jenseits belohnt werden.

    Minister und Abgeordnete haben auch ihre Hintermänner, die mit den Geldkoffern. Die werden schon im Diesseits belohnt.

  56. Salve Says:

    @Unbequemer

    Die rechtliche Lage ist so, dass das Bundessozialgericht entschieden hat, dass die Bestimmungen der Länder zur Wohnraumförderung, für die Bestimmung der angemessenen Wohnraumgrösse heranzuziehen sind.
    So hat Bochum die zulässigen Mietobergrenzen im Januar 2010 angehoben.
    Was zunächst für ~2000 ALG2er in Bochum bedeutete weniger von ihrem Regelsatz zuschiessen zu müssen.
    Darauf änderte das Land die Kriterien.
    Und die Entlastung schrumpfte auf 10 Euro monatlich.

    Aber dagegen klagen viele.
    Aktuelle Urteile der Sozialgerichte orientieren sich am Urteil des Bundessozialgerichts.

    Um das Urteil des Bundessozialgerichtes unwirksam zu machen, brauchen die Kommunen jetzt ein neues Bundesgesetz.

    Das wissen auch die Journalisten.

    Warum schreiben die Journalisten es nicht so?

    Angesichts von 29,9 Milliarden Euro Nettoausgaben (einschließlich Unterkunftskosten) für ALG2 vor Sozialversicherungsbeiträgen müssen damit andere Ziele verfolgt werden.

    Der Einspareffekt dürfte maximal bei 250 Millionen Euro liegen.

    Interessant dass der Bund um genau diese Summe 250 Millionen Euro, die Städtebauförderung, also seine Zuweisungen an die Kommunen, kürzen will.

    Es ist unglaublich, wie normal, die Fremdbestimmung und Drangsalierung von 8 Millionen Menschen, durch Behörden für die Medien geworden ist.

    Da kommen noch viel schlimmere Dinge.

  57. unbequemer Says:

    Hier in meinem Wohnort hat die Arge schon ab Januar versucht, die Unterkunftskosten zu drücken – mit einem neuen Mietenspiegel, der noch nicht rechtskräftig war, aber schon benutzt werden durfte (Anordnung des Rats).

    Dabei hat die Arge nicht darauf hingewiesen, das der Betrag OHNE Nebenkosten zu gelten hat. (Früher 330 inclusive NK, nun 233 ohne NK).

    Den „Kunden“ wurde aber in Gesprächen immer nur erklärt, die Miete dürfe nur noch 233 € betragen.

    Nach unserer Aktion vor der Arge mit einem Flugblatt und Hinweisen ist es nun ruhig geworden, um diesen Mietspiegel.

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