Dimensionen der Anbiederung

Es gibt in diesem Zeiten ja eine Menge dummer Propaganda, die mehr oder minder verschämt von den Großmedien betrieben wird. Man einigt sich auf einen gewissen Sprachgenrauch, da wird der eine „Populist“ genannt, der andere mit „Rettung“ in Verbindung gebracht, es werden Sympathiewerte ausgewürfelt und dem Volk derart „objektiv“ untergejubelt, was es von seinen „Vertretern“ zu denken hat.

Es geht aber auch anders: Unverblümt, direkt und derart verlogen, daß Widerspruch zwecklos erscheint. Die pure Meinungsmacht wähnt sich hier am Werke oder ist es tatsächlich. Da wird behauptet, gewertet und etikettiert ohne einen Anflug von Information, Begründung oder Zurückhaltung, da wird schlicht agitiert.
Was Cicero-Mann Weimer im „Stern“ von sich gibt, ist fürwahr atemberaubend. Er will „Querdenker“ entdeckt haben, „kantige Klartext-Sympathen“, die so ganz anders seien als die Mainstream-Politiker und die ihre ganz eigenen Ansichten vertreten. Und wen meint er damit? Jürgen Trittin? Oskar Lafontaine? Oder vielleicht Heiner Geißler?

Nein, die verrückt-sympatischen Querdenker sind zu Guttenberg, Steinbrück und Westerwelle. Ausgerechnet diese aalglatten Sprechpuppen neoliberaler Binsenweisheiten will Weimer als intellektuelle Rebellen verkaufen. Man kann mich ja davon überzeugen, daß die Leser überflüssiger Hochglanz-Magazinchen auch mittags am Äquator noch einen langen Schatten werfen, aber daß sie im Gros so dämlich sind, die eifrigsten Mitläufer nicht von Widerständlern unterscheiden zu können, halte ich dann doch für arg optimistisch. Zumindest muß man verdammt hart daran arbeiten, sich eine derart verblödete Leserschaft zusammen zu schmieren. Der darf Herr Weimer seinen erbarmungswürdigen Kotau dann auch gern präsentieren, aber könnte nicht wenigstens der „Stern“ seine unbedarfte Laufkundschaft davor warnen?

Der Wettbewerb unter solchen Kuhjournalisten mit flexibler Wirbelsäule scheint ausgesprochen hart zu sein. Die Wahrheiten und Weisheiten der vergangenen Jahre lösen sich in Luft- und Spekulationsblasen auf, die Helden entpuppen sich als Versager, die Deckel, unter denen der Mief der Korruption gehalten wurde, weichem dem Druck ungeminderter Unverschämtheit. Da ist es mit „Augen zu und durch“ nicht mehr getan. Da ist schon schwer im Hintertreffen, wer nicht wirklich taub und blind ist. Da macht sich schon überflüssig, wessen Lügengeschichten noch letzte Hemmungen zu erkennen geben.

Wolfram Weimer ist in dieser Hinsicht von keinerlei Zweifeln beeinträchtigt. Er hat getan, was er kann und gezeigt, daß er sich für Höheres eignet. Seinem kritischen Geist entspringt die Art spitzer Zunge, die selbst feinstes Stiefelprofil noch zu reinigen vermag, ohne daß die Majestät sich dazu vom Sitze erheben muß.

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24 Antworten to “Dimensionen der Anbiederung”

  1. Nachdenkseiten-Leser Says:

    Ja, ja, die Helden sind die Verlierer der Krise, und die Versager sind diejenigen, die die Krise schon vor Jahren kommen sahen – eben Oskar Lafontaine & Co.

    Hofft der Stern-Journalist auf die Vergesslichkeit der Wähler?

    Dazu paßt übrigens, dass von Prof. Dr. Sinn bis zu anderen neoliberalen Denkfabriken nun VOR der Wahl einen auf blinden Optimismus gemacht wird, und die Medien mit einer unglaublichen Vasallentreue alles nachplappern was die neoliberalen Kaffeesatzleser VOR der Wahl so loslassen, an Augurenschau.

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  2. Tim Says:

    Tja, die liebe Wahrnehmung…
    Es gibt leider nicht wenige Zeitgenossen, die tatsächlich einen „linken Mainstream“ identifiziert haben wollen. (Gerade nicht nur die lieben Meinungsmacher) Da wird sich vor’m Sozialismus gefürchtet, fleißig allem und jedem ein „Linksruck“ unterstellt, sowie von der „Sozialdemokratisierung der CDU“ fabuliert. Die roten Horden reiten über’s Land. Und der Stern glänzte vor ein paar Monaten mit einem Artikel über die „Roten Socken in der CDU“ und stellte daneben ein Video mit dem Titel: „Wieviel Marx steckt in Merkel?“ (kein Witz!) Anlass? Das Konjunkturpaket!
    http://www.stern.de/politik/deutschland/:CDU-Kurs-Auf-Socken/651599.html

  3. Flochs Says:

    @2:
    Auch in seinem Guttenberg-Beitrag „glänzt“ Jörges übrigens wieder: Er nennt Guttenberg „Baron der Herzen“ und die „größte politische Entdeckung seit Angela Merkel“. Für die ganz Hartgesottenen: http://www.stern.de/wahl-2009/aktuell/:J%F6rges-WebTV-Kolumne-Guttenberg%2C-Baron-Herzen/702826.html

  4. bojenberg Says:

    Seinem kritischen Geist entspringt die Art spitzer Zunge, die selbst feinstes Stiefelprofil noch zu reinigen vermag, ohne daß die Majestät sich dazu vom Sitze erheben muß.

    fuer solche saetze liebe ich diesen bog! ^^

  5. Ralf Bendrath Says:

    Das hat er bei Michael Spreng abgeschrieben, der offenbar schon vor einer Weile als Undercover-Wahlkampfblogger für Guttenberg angeheuert wurde – so schreibt der jedenfalls schon seit Wochen: http://www.sprengsatz.de/?p=1558

    Es wurde dann nur Merz gegen Westerwelle ausgetauscht.

  6. Nachdenkseiten-Leser Says:

    @Tim

    Stimmt, und alles ist „Rot“, wenn es für einen Wohlfahrtsstaat kohlscher Prägung eintritt.

    Im Ernst, die FTD hat DIE LINKE dafür gelobt, dass die eine gleiche Steuerpolitik wie Helmut Kohl (CDU) verfolgt, so letzte Woche bei Nachdenkseiten nachzulesen.

    Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre – Helmut Kohl (CDU) der Kommunist.

    Ich wußte gar nicht, dass ich im kohlschen „Sozialismus“ groß geworden bin? War mir neu. Ich war bei der Einheit auch froh, aber dass dabei so etwas herauskommt….tsss….tssss….

    Maggy Merkel (so Heiner Flassbecks neuester Spitzname über die INSM-Frau/-Marionette und bekennende Thatcheristin Angela Merkel), weiß schon warum die die kohlsche Zeit verteufelt.

    Ich wag mal ne gewagte Prognose, ohne den CDU-Spendenskandal hätten wir auch nicht Honeckers Rache, Angela Merkel, am Hals….zwar keine Sozialistin, aber genauso unbelehrbar wie einst Honecker über ein anderes System: „Der Sozialismus wir NIE untergehen.“

    Erinnert fatal an Angela Merkel, der zitierte Satz, nur, dass Erich Honecker ein völlig anders System meinte als Maggy Merkel, die heute sagt: „Der Kapitalismus wird NIE untergehen“.

    Als ehemals Jugendsünde für Agitation und Propaganda der SED zuständig wird Maggy Merkel schon genau wissen, was die da tut….

    Die hat ja das Handwerk der Volksver…. (Agitation und Propaganda) beim ehemals sozialistischen Klassenfeind gelernt….

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  7. Nachdenkseiten-Leser Says:

    Ergänzung:

    Übrigens, man kann auch in diversen kritischen Büchern, über die SED-Zeit Angela Merkels nachlesen, dass die sogar im Auftrag der Stasi als Spitzel unterwegs war.

    Sollte da was dran sein? Wenn ja, dann müßte wir wohl noch ein paar Jahre nach Angela Merkels Amtszeit drauf warten bis die Wahrheit ans Licht kommt, da eine Kanzerlin ja bei der Birthler-Gauck-Behörde bekanntlich Sonderrechte der Vertuschung hat.

    Was den Kommunismus/Sozialismus angeht, das wissen Neolibs auch, der ist 1991 ad acta gelegt worden, und mausetot.

    Fazit:

    Zombie-Kapitalisten (z.B. Westerwelles FDP) reiten auf Kadaver-Kommunismus/Sozialismus herum, und das wissen die genau, denn nicht einmal die Linkspartei will zu dem alten autorit. Staatskommunismus/-sozialismus honeckscher Prägung zurück, ganz zu Schweigen vom Großen Bruder in Moskau.

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  8. Franktireur Says:

    Dieser Weimer-Artikel bestätigt alle Vorurteile, die ich mir in den letzten Monaten bereits gebildet hatte über unseren „Qualitätsjournalismus“.

  9. Gehard Schrödibär Says:

    Fabrikation von Konsens.

    Leider funktioniert’s. Dagegen anzuschreiben ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Trotzdem wichtig!

  10. kuechenkabinett Says:

    Es funktioniert sogar ganz hervorragend. Das allerbeste Beispiel dafür war der Zeit-Artikel „Gerechtigkeit für die SPD“, der kurzum darauf hinauslief, dass die SPD mehr Wählerzuspruch verdiene, gerade weil sie Kahlschlag im Sozialsystem betrieben hat.

    Kein Wort davon, dass das vielleicht der Grund sein könnte, warum sie niemand mehr wählen will.

  11. Thomas Says:

    @ Nachdenkseiten-Leser bzgl. Merkel / Stasi

    Zu dem Thema gab es letztes Jahr bei Readers Edition einen interessanten Artikel :

    https://www.readers-edition.de/2008/06/05/merkels-stasi-umfeld

  12. Ein Brandenburger Says:

    Bisher dachte ich, sicher wie viele andere auch, daß der gegelte Baron Guttenberg nur aufgrund des komplizierten Proporzes in der CSU als Nachfolger von Glos den Wirtschaftsminister geben musste.
    Ein Mann, der sich bis dahin in der CSU mit Außenpolitik beschäftigt und von der Wirtschaft wenig Ahnung hat.
    Inzwischen hat er recht souverän den Wirtschaftsminister gegeben und ist in der Beliebtheitsscala weit nach oben geklettert. Woher kommt das? Plappert er nur nach was andere ihm aufgeschrieben haben?
    Vor einigen Tagen bin ich im Netz bei http://www.zeitgeist-online auf ein Guttenberg-Dosier gestoßen, daß sich mit Guttenbergs politischen Tätigkeiten und Beziehungen vor seiner Zeit als Wirtschaftsminister beschäftigt. Ich weis leider nicht wie vertrauenswürdig Zeitgeist-Online ist.
    Lest bitte selbst:

    http://www.zeitgeist-online.de/special24.html

  13. Alexander Tetzlaf Says:

    Aber wem meint der Stern damit zu helfen?

    Kommen die Designer der Krise ans Ruder, ist abzusehen, dass der Kahn etwas eher voll läuft.

    Man will noch einmal richtig Gas geben, während das Schmarotzersystem auf die Wand zu rast.

    Insofern ist dies zu begrüßen und bestenfalls ein wenig lustig.

  14. otti Says:

    Heftig-deftig, nichtsdestotrotz tief- und feynsinnnig!

  15. stern Says:

    „Man kann mich ja davon überzeugen, daß die Leser überflüssiger Hochglanz-Magazinchen auch mittags am Äquator noch einen langen Schatten werfen, aber daß sie im Gros so dämlich sind, die eifrigsten Mitläufer nicht von Widerständlern unterscheiden zu können, halte ich dann doch für arg optimistisch.“

    Ich fürchte, du bist verdammt optimistisch ;-DDD

    Denn wenn du dir mal anhörst, was so am Stammtisch geredet wird, wenn du mal erlebst, was passiert, wenn du solchen Stammtischbrüdern Zahlen auftischst, wenn du bedenkst, dass die meisten Stammtischbrüder oder Empörungs-Amateur-Politikinteressierten keine politischen Blogs lesen, dann wird einem schon klar, dass die echt keine Ahnung haben.

    Ich erinnere da mal an die Opel-Arbeiter, die GEGEN sogenannte Sozialschmarotzer (sprich: Arbeitslosengeldempfänger und Sozialhilfeempfänger) argumentiert haben und die DAFÜR waren, Hilfsleistungen noch weiter zu kürzen.
    Jetzt, wo sie selber davon betroffen sind…

    Ich erinnere da mal an die Porsche-Mitarbeiter in den Werkshallen, wo sich die Festangestellten mit 5.000€-Boni haben abspeisen lassen, während Wedeking mal locker fast 100 Mio€ pro Jahr eingestrichen hat, von den Zeitarbeitssklaven in den Porsche-Werkhallen will ich ja garnicht reden.
    Auch davon, dass Porsche jetzt anscheinend mit um die 10 Mrd€ Schulden dasteht… Einmal will ich erleben, dass sich ein Manager seinen Bonus aus FirmenGEWINNEN auszahlt und nicht aus der FirmenVERSCHULDUNG.
    Wie kann Wedeking Millionen verdient haben, wenn Porsche Milliarden an Schulden aufgehäuft hat?
    Und wie können Porsche-Mitarbeiter das auch noch gut finden?

    Bei Guttenberg und co von Medienmanipulation zu sprechen, bemüht man sich am besten garnicht mehr.
    Auch die SZ hat eine ziemlich widerliche Beweihräucherung des Herrn Baron.
    Wenigstens sind sie so ehrlich und deuten, dass er eigentlich in die FDP gehörte.

    „Guttenberg dagegen ist der Star, den die FDP seit Jahrzehnten nicht mehr hat. “

    http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/450/481916/text/

    Der beste Absatz des Artikels ist folgender:
    „Dankbar für den kühlen Kopf

    Aufschlussreich ist der Vergleich mit Paul Kirchhof, Merkels kühnem Versuch von 2005, der ihr für alle Zukunft wohl jede Kühnheit ausgetrieben hat. Dass Kirchhof in den meisten seiner Diagnosen recht hat, kann dem öffentlich so wenig vertretenen Mittelstand kaum entgangen sein; auch ist kaum vorstellbar, dass die dreisten Unwahrheiten, die Gerhard Schröder im Wahlkampf 2005 über den „Professor aus Heidelberg“ verbreitete, viel Glauben gefunden haben – so die Behauptung, nach Kirchhofs Modell hätten Krankenschwestern 25 Prozent Lohnsteuern zahlen müssen, wo sie in Wahrheit steuerfrei geblieben wären.“

    Aber gleich darauf machen sie diesen guten Ansatz zu nichte, indem sie erklären,

    „Kirchhofs Scheitern lag an der doktrinären Unbedingtheit seines Systems, das sich nur unter den hochriskanten Bedingungen einer Tabula rasa hätte umsetzen lassen. Denn natürlich leben von dem unüberschaubar komplexen deutschen Steuer- und Sozialstaat nicht nur Transferleistungsempfänger mit ihren dauermoralisch agitierenden Sprechern, sondern ebenso der marktwirtschaftliche, produktive mittelständische Kern der deutschen Wirtschaft.“

    Ach nee, also Kirchhof ist gescheitert, weil

    a) alle Unternehmer durch alle Schichten hindurch ihre kleinen Steuer-Privilegien nicht verlieren wollten

    b) sämtliche Bürger so blöd waren, der Schröderschen Rabulistik Glauben zu schenken

    Man vermische Wahrheit mit Propaganda, bis niemand mehr auseinanderhalten kann, was denn was ist.

  16. stern Says:

    Wie war das noch in der Chomsky-Rede?

    Diejenigen, die das System erfolgreich durchlaufen und Uni-Abschlüsse haben, sind, denken und handeln systemkonform, denn alle, die nicht systemkonform sind, fliegen schon vorher raus. Gesellschaftliche Systeme im Westen brauchen keine Stasi und keinen KGB, der die Gesinnung prüft und recherchiert. Im Westen werden schlicht die angepassten Systemunterstützer finanziell belohnt, auch wenn das System fordert, jeden auszubeuten, der schwächer ist.

    http://chomskyarchiv.de/vortrage/document.2007-10-19.1648147001

    “ Im Westen werden wir nicht auf Schritt und Tritt von einem KGB kontrolliert, aber das Resultat ist doch weitgehend dasselbe. Wer in seinem Denken zu unabhängig ist oder auf die falschen Gedanken kommt, bekommt keine Chance, seine Ideen zu verbreiten.

    Außerdem macht er einige kurze Bemerkungen über die institutionelle Struktur der Medien. Er fragt: Wie kommt es zu dieser Art von Zensur? Ihm zufolge liegt das erstens daran, daß die Presse den Reichen gehört, denen es lieber ist, wenn bestimmte Dinge nicht das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Zweitens, so Orwell, lernt man im Rahmen des Erziehungs- und Ausbildungssystems der Elite, zum Beispiel an renommierten Universitäten wie der von Oxford, daß es gewisse Dinge gibt, die man besser nicht erwähnt, daß es gewisse Gedanken gibt, die man besser nicht zuläßt. Damit meint er die sozialisierende Rolle der Eliteinstitutionen: Wenn man sich hier nicht anpaßt, hat man in der Regel schon verloren.“

    Wendet man das mal auf Guttenberg an, muss man sehen, dass der wohl nur ein angepasster Elitezögling mit guten Manieren ist, der über gute Kontakte zur Presse verfügt und den die Reichen mögen, weshalb sie ihre Presse anweisen, ihn hochzuschreiben.

    Vielleicht wird den Reichen klar, dass sie mit Guttenberg einen besseren Kanzlerkandidaten als Merkel gefunden haben, den sie sich in der Hinterhand halten, denn irgendwann wird sich wohl selbst das Volk nicht mehr von ihr verarschen lassen.

    Bemerkenswert ist jedenfalls, dass es Merkel bis jetzt nicht geschafft hat, Guttenberg abzuservieren, obwohl sie ihm undankbare Aufgaben (Unternehmensrettungen), die eigentlich keine Möglichkeiten zur Lorbeerenernte bieten, aufgedrückt hat, denn normalerweise schafft sie das Abservieren von Gegnern ja recht schnell.

  17. Nachdenkseiten-Leser Says:

    @Ein Brandenburger

    Da ist schon was dran – auch Nachdenkseiten hat über den Werdegang Von Guttenbergs ähnliches berichtet.

    Ein eigener Gedanke dazu von mir, der Mann hat keine Ahnung von Wirtschaft und wird Wirtschaftsminister? Da kann was dran sein, aber es könnte es nicht auch so sein, dass man nur den Wirtschaftsminister ausgewechselt hat, und die alten Berater geblieben sind? Die Mitarbeiter von Glos auch?

    Da benötigt die Marionette Von Guttenberg keine Wirtschaftskompetenz, der ist ja nur das Mietmaul an der Spitze des Wirtschaftsministeriums unseres „gekauften Staates“ (Zitat: Monitor – Sascha Adamek).

    Ich weiß nicht, aber ist es nicht normal, dass man Menschen ohne Ahnung als Minister einsetzt? Ich denke Von Guttenberg ist kein Einzelfall – Gibt dazu übrigens ein nettes Buch von Thomas Wieczorek: „Die Dilettanten“, welches sich mit unserem Politpersonal beschäftigt – auch die Linkspartei wird nicht geschont, wenn auch aus anderen Gründen als die Neolibs von CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNEN.

    Wirklich empfehlenswert die Lektüre.

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  18. hedera Says:

    an den Nachdenken-Seiten-Leser,
    wie ich feststellen muss, ist kaum jemand vor dem Einfluss der Medien völlig sicher.
    Selbst in eher links ausgerichteten Foren lese ich immer wieder, dass sich Sozialismus und Kommunismus mit dem Untergang der DDR und des sozialistischen Lagers als völlig untauglich erwiesen haben und demzufolge es keinen Sinn macht auch nur einen Gedanken an eine neue Gesellschaftsordnung zu verschwenden.
    Aber hallo, wie lange hat denn der Kapitalismus gebraucht, um sich flächendeckend gegen den Feudalismus durchzusetzen, 150 Jahre oder mehr?
    DDR ist doch nicht gleich Sozialismus! Es war ein schlecht gemachter Versuch. Ich möchte die DDR auch nicht zurück aber für ein wenig Sozialismus wäre ich schon – zumindest für den Anfang.

  19. Knut Says:

    Weimer ist einer der erhellendsten „Journalisten“, die das 21. Jhd. zu bieten hat. Der erste Artikel von ihm, bei dem ich auf seinen Unsinn aufmerksam wurde liegt inzwischen sicher verwahrt in meinem Exemplar von Adornos „Jargon der Eigentlichkeit“, als Anschauungsmaterial. Seitdem bin ich bei der Lektüre vorsichtig und werde von gelegentlicher Übelkeit nicht mehr überrascht.

  20. fletcher2 Says:

    DSDS in der Politik. Jury: Springers Friede, Mohns Liz und „?“. Eine Show von „Experten“ für Dummies.

    Wer sein Maul am weitesten aufmacht hat zwar meist gute Zähne aber selten recht. Auch heute gilt noch für die meisten Deutschen: „Die da oben werden schon wissen was sie machen.“ – Anders ist dieses Stillhalten für mich nicht mehr zu erklären.

    Die Theorie der Verschwörung ist fast reif für die Praxis. Viel Zeit bleibt nicht mehr!

    Guttenberg ist gut vorbereitet und er würde einen guten Kanzler darstellen – 1. Wahl der USA. Das ist mein Eindruck. Steinbrück ist Geschichte und Westerwelle bleibt was er immer schon war, ein Clown.

    Ich glaube, daß wir nach den Wahlen eine Überraschung nach der anderen präsentiert bekommen – und nicht eine davon wird uns begeistern.

  21. Nachdenkseiten-Leser Says:

    @hedera

    Ich schreib ja auch, dass der autoritäre Staatssozialismus gescheitert ist? Den meine ich, ansonsten gebe ich dir völlig Recht: Es ist nur eine bestimmte Version des Sozialismus/Kommunismus gescheitert.

    Ganz Lateinamerika zeigt, dass auch ein demokratischer Sozialismus möglich ist, aber dem gebe ich im „alten Europa“ keine Chance.

    Ein dt. Chavez? Undenkbar 😦

    Gruß von einem, der, aus privaten Gründen, auch gerne weniger Kapitalismus, und stattdessen einen demokratischen Sozialismus hätte, dem
    Nachdenkseiten-Leser

  22. Nachdenkseiten-Leser Says:

    Bevor jetzt übrigens irgendein Antikommunist angerannt kommt, und dich – hedera – und mich, den Nachdenkseiten-Leser, widerlegen will: Schon mal was von Daniela Dahn gehört? Die Frau war in der DDR Bürgerrechtlerin, als die Honecker fortgejagt haben, und spricht sich nun auch für den demokratischen Sozialismus aus – erinnert mich übrigens an die Alt-68er, die, nur umgekehrt herum – man denke an die Grüne Raupe Nimmersatt = Joschka Fischer, ihre Meinung geändert haben.

    Daniela Dahn meint auch, dass die beste Version ein demokratischer Sozialismus ist, aber ich vermute einmal, dass die dem in Deutschland, wie ich, keine Chance einräumt, da eben die alten Geister von anno 1933 immer noch – über ihre Urenkel und Enkel in Deutschlands „Eliten“ – das vermeintliche Sagen haben 😦

    Resignierte Grüße
    Nachdenkseiten-Leser

  23. Kaboom Says:

    Mir scheint, hier herrscht einige Aufregung um nichts. Weimers geistige Ergüsse finden sich seit Monaten im Stern, und der genannte Artikel ist im (subjektiven) Niveau-Vergleich IMHO eher in der oberen Hälfte angesiedelt. Im Archiv des Cicero finden sich vermutlich all die geistigen Tiefflüge des Herrn Weimer. Nichts charakterisiert den Cicero unter Herrn Weimer wohl besser als der Artikel aus der letzten Woche, das Anhänger der FDP den meisten Sex hätten. DAS ist das übliche Niveau des Cicero. Und des Herrn Weimer. Insofern – Schwamm drüber.

  24. stern Says:

    @ Kaboom

    nix da schwamm drüber.

    Das ist gezielte Manipulation der öffentlichen Meinung, vor allem, da es KEINE KRITISCHEN BERICHTE gibt, höchstens mal sehr versteckt dezent angedeutete Fragezeichen, die beim schnelleren Lesen untergehen.

    Deine „ist-alles-nicht-so-wild“- Haltung ist eines Demokraten unwürdig. Entweder du willst wissen, was abgeht und dann auch mit möglichst viel Hintergrundwissen deine Entscheidungen treffen, oder du willst nix wissen und dann ist zu fragen, warum du überhaupt feynsinn.org liest, geschweige denn hier kommentierst.

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