Mullahs übernehmen den "SPIEGEL"

Wenn das der Augstein wüßte… Was sich der „Spiegel“ derzeit an primitivem Tendenzjournalismus leistet, finde ich gefährlicher als das ganze plumpe Gewäsch der regierenden Paranoiker und Islamophobiker.
Der Titel der aktuellen Printausgabe läßt das Schlimmste befürchten: „Mekka Deutschland – die stille Islamisierung“ Kann man über den ersten Teil noch müde lächeln und glauben, man hätte den „Focus“ in der Hand, hört sich beim zweiten alles auf, denn verlogener geht es wirklich nicht mehr. Man kann auf einer Seite stehen, man kann ausgewogen sein oder nicht, man kann aufklären wollen oder überzeugen, aber eines geht sicher nicht: Seriosität für sich in Anspruch nehmen und behaupten, das Thema „Islam“ sei auch nur in irgend einem Aspekt leise. Die dumpfe Suggestion der Unterwanderung ist da am Werke. Wir merken es nicht, und bald gilt in Deutschland die Scharia!
Auf diesem Niveau sind auch die Artikel. Absolut tendenziös, da nur die Fälle aneinander gereiht werden, über die man sich zurecht erregen darf, weil sie europäisch geprägten Denken und Rechtsempfinden zuwiderlaufen. Neu ist daran nichts, im Gegenteil werden sie aus jeder Mottenkiste gezogen, um Eindruck zu machen. Bis ins Detail geht uns der „Spiegel“ auf den Wecker – zum Beispiel die Bildunterschrift „Zuwanderungspolitiker Schäuble“, als ob der Mann nicht ethnozentrischen Unfug en masse in die politische Landschaft geblasen hätte, alles getan hätte, um Deutschland abzuschotten und ansonsten eine völlig neutrale Instanz wäre. Jeder Leser weiß, daß das der Innenminister ist. Was soll also dieser Titel?
Selbstverständlich darf der Broder auch ein wenig hetzen, sich über den Grass erregen, das Ganze für seine Verhältnisse sogar relativ piano. Wenn man immer denselben Sermon absondert, wirkt es eben irgendwann nur noch unmotiviert.
Zum Brüllen komisch, daß die Speerspitze der Aufklärung, die heldenhaften Säkularisierer in einer vom religiösen Wahn und falscher Toleranz geschundenen Gesellschaft, selbst wahre Elche sind: Den Dalai Lama nennen sie im Interview devot „Eure Heiligkeit“. Naja, der gehört ja auch zu den Guten.
Das ist aber noch nicht dumm genug, der Malzahn muß noch einen draufsetzen: Er fand eine Umfrage, ein Item, und daraus zieht er seine Schlüsse: „48 Prozent der Deutschen halten die USA für gefährlicher als Iran – nur 31 Prozent glauben das Gegenteil“. Man könnte auch ein wenig nachdenken, das Resultat verschiedenen Interpretationsversuchen unterziehen und etwa berücksichtigen, daß ein politischer Schnupfen in den U.S.A. nun mal gefährlicher ist als offene TB im Iran. Aber Pustekuchen. Malzahn weiß: So weit sind wir schon, das ist blanker Antiamerikanismus, und der ist überall.
Ich weiß nicht, was sich hinter den Kulissen abspielt beim Spiegel, aber wenn das so weitergeht, verliert Deutschland eine seiner wichtigsten Instanzen. So einen Mist kann sich das einzige deutsche Nachrichtenmagazin nicht lange leisten.

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6 Antworten to “Mullahs übernehmen den "SPIEGEL"”

  1. mike Says:

    bei „verliert eine Instanz“ hast Du ein wenig unpassend die Zeitformen durcheinandergebracht.
    Die „Instanz“ ist unübersehbar tot und dekonstruiert nur noch die letzten Reste.

  2. mike Says:

    bei „verliert eine Instanz“ hast Du ein wenig unpassend die Zeitformen durcheinandergebracht.
    Die „Instanz“ ist unübersehbar tot und dekonstruiert nur noch die letzten Reste.

  3. Leser Says:

    Also, was den SPIEGEL angeht, bitte keine falschen Krokodilstränen: seit Stefan Aust dort den Chefredakteur macht, ist das Blatt zu einer Illustrierten wie jeder anderen regrediert.
    Und soweit es den kritisierten Artikel angeht: polmisch und übertrieben ist das schon, was Malzahn da schreibt, aber so ganz Unrecht hat er leider auch nicht.

  4. Leser Says:

    Also, was den SPIEGEL angeht, bitte keine falschen Krokodilstränen: seit Stefan Aust dort den Chefredakteur macht, ist das Blatt zu einer Illustrierten wie jeder anderen regrediert.
    Und soweit es den kritisierten Artikel angeht: polmisch und übertrieben ist das schon, was Malzahn da schreibt, aber so ganz Unrecht hat er leider auch nicht.

  5. flatter Says:

    Sorry, Leser, aber dieser „Artikel“ ist derart voller Stereotypen, Luftblasen und Falschaussagen, mit so einem Müll kann man nicht recht haben. Selbst, wenn ich auch nur ansatzweise seiner Meinung wäre, müßte ich ihm seinen Schrieb als Propaganda um die Ohren hauen. Und gegen die bin ich allergisch.
    Was nun den Spiegel angeht, sieht es ja so aus, als seien andere schon lange hoffnungslos. Ich will es noch nicht aufgeben. Vielleicht ist es in den Zeiten des Aust ja hilfreich, wenn wenigstens die Leser den Anspruch aufrechterhalten.

  6. flatter Says:

    Sorry, Leser, aber dieser „Artikel“ ist derart voller Stereotypen, Luftblasen und Falschaussagen, mit so einem Müll kann man nicht recht haben. Selbst, wenn ich auch nur ansatzweise seiner Meinung wäre, müßte ich ihm seinen Schrieb als Propaganda um die Ohren hauen. Und gegen die bin ich allergisch.
    Was nun den Spiegel angeht, sieht es ja so aus, als seien andere schon lange hoffnungslos. Ich will es noch nicht aufgeben. Vielleicht ist es in den Zeiten des Aust ja hilfreich, wenn wenigstens die Leser den Anspruch aufrechterhalten.

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