Symptom Lafontaine

Die SPD ist die alleinberechtigte Volkspartei zur Vetretung der Arbeitnehmerschaft. Sie weiß, was Arbeitnehmer wollen, solange sie welche sind, sie ist die Partei der Gewerkschaften, denn der Vorsitzende der „Einheitsgewerkschaft“ sagt das so. „Unverschämt“, so sagt ihr Sekretgeneral Heil, Hubertus, ist hingegen einmal mehr der Exchef , Oskar Lafontaine, weil der sie schon wieder geärgert hat. Der letzte Linke mit Verstand in der SPD, Ottmar Schreiner, warnt indes, die Linkspartei könnte nicht nur doof sein und stinken, sondern für ehemalige SPD-Stammwähler eine ernsthafte Alternative. Andrea Nahles hingegen weiß es besser. Sie ist nämlich „Vetreterin der SPD-Linken“, erfolgreiche Intrigantin und weiß einfach alles besser. Die Linkspartei verharre bei acht Prozent, hat sie beizutragen.
Abgesehen davon, daß ein Verharren der Linspartei bei acht Prozent bedeuten dürfte, daß die SPD in ihrer derzeitigen Verfassung nie wieder regieren wird, es sei denn als Appendix der CDU/CSU, klingt so das Pfeifen im Walde. Die Grünen sind beizeiten bei 13%. Wieviel Platz bleibt da noch für die SPD?
Aber das ist Arithmetik, und wer die schon erschreckend findet, muß sich erst einmal die politische Sachlage zu Gemüte führen. Warner werden überschrien, die Erosion im gemäßigt linken Lager wird bagatellisiert oder gar befürwortet: „Wenn wir linker tun, als wir eigentlich sein sollten, wäre das falsch“, weiß ein „Netzwerker“, das sind die aufstrebenden Modernisierer, die der Schröderismus nach oben gespült hat. Was sie verbindet, ist der zweite Bildungsweg, will heißen: Ehrgeiz und innerparteilicher Machtinstinkt.
Die bedrückende Ideenlosigkeit des Wracks, das der Genosse der Bosse hinterlassen hat, läßt sich derzeit nur deshalb noch kaschieren, weil die Feinde rundum für soviel Negation sorgen, daß die Sozialdemokratie sich eine Identität vorheucheln kann: Sie ist nicht neoliberal, nicht konservativ, nicht links und nicht grün. Das reicht ihr erst einmal. Leider sieht sie nicht, was sie noch alles nicht ist: kreativ, zukunftsweisend oder auch nur halbwegs geordnet. Was sie ist? Vor allem beleidigt. Weil sie mit aller Gewalt verdrängen muß, was ihr täglich in Oskar Lafontaine als Symptom begegnet. Nahles kreischt: „Lafontaine spaltet das Arbeitnehmerlager“. Die Klassenbeste sagt damit brav auf, was der Lehrer ihr eingebläut hat. Der heißt Schröder und hat die SPD gespalten.

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7 Antworten to “Symptom Lafontaine”

  1. Oeffinger Freidenker Says:

    Hi Feynsinn,
    ich habe deinen Artikel direkt übernommen:
    http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2007/03/symptom-lafontaine.html
    Wenn das nicht OK ist, sag Bescheid, dann nehme ich ihn wieder raus.
    Liebe Grüße
    Oeffinger Freidenker

  2. flatter Says:

    kein problem, gern! 😉

  3. flatter Says:

    kein problem, gern! 😉

  4. Leser Says:

    Dass Dir die alte Dame SPD noch so am Herzen liegt, finde ich irgendwie rührend. Ich setze in diesen tumben Haufen jedenfalls keine Hoffnungen mehr. In die umettiketierte SED natürlich schon gar nicht.

    Dafür möchte ich heute mal was zum besten geben, was es auch nicht alle Tage gibt. Franz-Josef Wagner, Deutschlands „Gossen-Goethe“, hat sich selbst übertroffen. An die gerade aus der Haft entlassene Ex-RAF-Terroristin Brigitte Monhaupt schreibt dieser halbdebile „BILD-Chefkolumnist“ in schmierigster Volksgemeinschaftsdiktion:

    „Es ist unfassbar, dass eine Mörderin in unserem Land die Chance hat, glücklich zu werden.“

    Und DAS finde nun ich unfassbar.

  5. Leser Says:

    Dass Dir die alte Dame SPD noch so am Herzen liegt, finde ich irgendwie rührend. Ich setze in diesen tumben Haufen jedenfalls keine Hoffnungen mehr. In die umettiketierte SED natürlich schon gar nicht.

    Dafür möchte ich heute mal was zum besten geben, was es auch nicht alle Tage gibt. Franz-Josef Wagner, Deutschlands „Gossen-Goethe“, hat sich selbst übertroffen. An die gerade aus der Haft entlassene Ex-RAF-Terroristin Brigitte Monhaupt schreibt dieser halbdebile „BILD-Chefkolumnist“ in schmierigster Volksgemeinschaftsdiktion:

    „Es ist unfassbar, dass eine Mörderin in unserem Land die Chance hat, glücklich zu werden.“

    Und DAS finde nun ich unfassbar.

  6. flatter Says:

    „Dass Dir die alte Dame SPD noch so am Herzen liegt, finde ich irgendwie rührend“.
    Ich sage nur: Willy Brandt im Schwarzweißfernsehen, das prägt. 😉 Und ich entblöde mich nicht einmal, mir in schlechten Tagen Gedanken über den Zustand der CDU zu machen. In einer Parteiendemokratie macht man sichhalt solche Sorgen.

  7. flatter Says:

    „Dass Dir die alte Dame SPD noch so am Herzen liegt, finde ich irgendwie rührend“.
    Ich sage nur: Willy Brandt im Schwarzweißfernsehen, das prägt. 😉 Und ich entblöde mich nicht einmal, mir in schlechten Tagen Gedanken über den Zustand der CDU zu machen. In einer Parteiendemokratie macht man sichhalt solche Sorgen.

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