Wordpress spinnt mal wieder

Juli 24, 2010

Ich habe wieder mal einen unsichtbaren Benutzer mit Admin-Rechten. In der Datenbank gibt es nur einen, WP zeigt 2 an, davon nur einer sichtbar. Kennt wer nen Experten?

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25 Quadratmeter Deutschland

Juli 23, 2010

Wäre ich ein Hund, man würde mich vermutlich bald einschläfern, weil ich nur noch um mich bisse. Um die Finanzmärkte zu sanieren ohne dabei die Anleger zu belasten, werden immer neue Ideen ersponnen, wie man die Ärmsten noch mehr schröpfen kann. So gibt es einen „Expertenvorschlag„, HartzIV-Empfängern nur noch 25 m²-Wohnungen zuzubilligen.

Was man heute „Experte“ nennt, so scheint mir immer häufiger, meint übrigens etwas, das wir in meinem proletarisch dominierten Herkunftsviertel ein „Arschloch“ nannten. Zu denen gesellen sich dann auch gleich immer Besserherkünftige, die deren Ideen gut und gerecht finden, weil es ja Menschen träfe, die „überhaupt nichts leisten“. So einfach ist das immer noch, jeder kriegt das, was er verdient. Solche Äußerungen belegen freilich nichts als eine widerwärtige Haltung, inhaltich sind sie dumm, klischeehaft und schlicht falsch.

Worauf läuft das hinaus, wenn der Vorschlag der Menschenhasser umgesetzt wird? Die bisherige Größenordnung von 44 m² war ja keine Zuteilung von Luxuswohnraum, sondern richtete sich an der gegebenen Infrastruktur aus. Wohnungen von 25 m² Grundfläche gibt es nämlich nicht. Die paar Appartements, die auf dieser Fläche noch Kochnische und Dusche unterbringen, sind in der Regel sogar teurer als größere Sozialwohnungen, weil sie sich in gehobenen Wohnlagen finden. Wer wollte auch winzige Wohnungen zu niedrigen Quadratmeterpreisen anbieten? Niemand, der bei Verstand ist, vermietet unter solchen Bedingungen. Das ist maximaler Streß bei minimalem Gewinn bzw. sogar zu erwartenden Verlusten.

Es ginge also nur so, daß alles über der erlaubten Grenze selbst bezahlt werden müßte oder Obdachlosigkeit angeordnet würde. Obendrein wären Hilfeempfänger, die sich Zuzahlungen zur Wohnung leisten könnten, möglicherweise keine Hilfeempfänger mehr. Für Aufstocker hieße es, keine Hilfen mehr zu bekommen, solange sie sich eine Wohnung leisten. Das Ganze ist also nichts anderes als eine Kürzung unters Existenzminimum. Entweder wissen die Experten das, dann pfeifen sie einmal mehr aufs Grundgesetz, oder sie wissen es eben nicht. In beiden Fällen sind sie auch noch dumme „Experten“.

Rechtsstaat gegen Links

Juli 21, 2010

Was das Bundesverwaltungsgericht heute entschieden hat, ist ein Schlag ins Gesicht des demokratischen Rechtsstaats, den die Bundesrepublik zunehmend nur noch darstellt. „Rechtsstaat“, das darf man allenfalls plump wörtlich nehmen. Alles, was links ist, hat hier nichts zu melden.

Das Gericht hat sich den abenteuerlichen Argumenten des Verfassungsschutzes angeschlossen und noch einen draufgesetzt. Der armselige Coup der nichtregierenden Neoliberalen, Grüne und SPD, Herrn Gauck aus dem Kasten springen zu lassen, wird nachträglich zum Gesinnunsgtest erklärt. Wo leben wir hier eigentlich? Die Frage liegt auf der Hand, was das eigentlich soll, eine Person wie Bodo Ramelow, der ohnehin in der Öffentlichkeit steht, geheimdienstlich zu „beobachten“. Sie ist aber falsch gestellt.

Wenn es schon solcher Maßnahmen bedarf – was man generell bezweifeln darf – dann muß zuallererst geklärt werden, ob ein Rechtsstaat Mandatsträger und Mitglieder von demokratischen Parteien bespitzeln darf, die bereits mehrere Regierungen gestellt haben. Ein Spitzelstaat darf das hingegen und fragt nicht lange danach. Quo vadis, Bundesrepublik? Die Behauptung, es gehe eine Gefahr für die Verfassung davon aus, daß sich Politiker und Parteimitglieder auf ebendiese berufen, ist politische Willkür. Dies auch noch mit dem Verhalten in geheimen Wahlen zu begründen, ist ein Akt offener Unterdrückung.

Man hätte sich beinahe gewünscht, das Gericht hätte auf die sogenannte „Begründung“ seines Urteils verzichtet, die kaum weniger peinlich ist als das verfassungsfeindliche Getöse des Verfassungsschutzes. Es genüge nicht, eine Partei und alle Mitglieder als „extremistisch“ einstufen, weil es dort Extremisten gebe. Die Funktionäre dann aber doch, auch wenn sie erkennbar keine Extremisten sind. Und was da genau „extremistisch“ sein soll, geht in einem Larifari unter, das in der Tat „juristisches Kindergartenniveau“ kaum erreicht. Geht es denn jetzt um eine Gefahr für den Staat oder um Meinungen zu einem Wirtschaftssystem, die sich dem Mainstream widersetzen?

Das wüßte ich dann nämlich gern einmal. Niemand redet auch nur von Anschlägen, Sabotage, Umsturz oder etwas, das dem nahe käme. Niemand belegt – es wird ja kaum behauptet – daß die Partei in irgend einen Zusammenhang mit Rechtsverletzungen gebracht werden kann. Wie kann es dann eine Begründung für staatliche Bespitzelung geben, die demokratischen oder rechtsstaatlichen Kriterien standhält? Es ist die abweichende Meinung, die politische Alternative, die dem Staat hier verdächtig ist. Er stellt sich daher in die Startlöcher, hört mit und schreibt auf, was man benutzen kann, wenn es opportun erscheint. Genau so entsteht ein Spitzelstaat.

Wir danken für Ihr Verständnis

Juli 21, 2010

Bei der Gelegenheit, die zu nutzen ich hiermit die Stirn habe, verweise ich noch einmal auf die Nutzungsbedingungen, die ich mir aus den Rippen geleiert habe, um den Lizenzquatsch abzuhaken und deutlich zu machen, wie ich mir das Geblogge und Gelese hier vorstelle. Ich bin immer dankbar für Feedback zu dem Eindruck, denn meine Postings und Kommentare hier hinterlassen. Und ja, ich kann bestätigen, daß das bis vor ein paar Tagen nicht immer entspannt war.

Das hat (meist) am Rande natürlich auch mit meiner privaten Situation zu tun, verdankt sich aber ebenso der Lage im allgemeinen und im besonderen. Das Allgemeine, eine politische Situation, über die noch zu lachen oft schwerfällt, können wir nicht beeinflussen. Das Besondere schon. Diesbezüglich hatten wir zuletzt häufiger ein Toleranzproblem. Intoleranz geht mir schwer auf den Wecker. Ich begegne dieser nicht nur mit pointierten Äußerungen, die gern aggressiv erscheinen und es auch sind, ich habe darüberhinaus auch beschlossen, ihr durch Reglementierung zu begegnen. Das ist nicht absurd oder paradox. Intoleranz zu begegnen, führt zu dem Dilemma, sie selbst nicht zu tolerieren.

Ich bin deutlich enstpannter, seitdem ich Kommentare häufiger lösche und ggf. zur Keule der Bannliste greife (was ich seit einigen Wochen freilich nicht mußte). Ich pflege in den Kommentaren gelegentlich darum zu bitten, gewisse Diskussionansätze oder „Argumente“ zu unterlassen. Dies ist eine höfliche Art der Aufforderung, die dennoch keinen Zweifel dahingehend aufkommen läßt, was ich noch dulde und was nicht. Spätestens, wenn ich ausrücklich die Grenzen solcher Duldung ausspreche und jemand glaubt, dies ignorieren zu sollen, wird der enstprechende Kommentar gelöscht.

Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht insofern, als daß es mir erspart, jemanden hier lang zu machen. Ich versuche zu vermeiden, den Trollen zu zeigen, was gezielte rhetorische Granaten sind. Ist nicht mehr mein Stil, da ist eine beginnende Altersweisheit vor.

Es gab neulich beim Spiegelfechter – wenn auch nicht unprovoziert – ein Gewürge mit beinahe 1000 Kommentaren in unentspannter Atmosphäre. Das wird mir sicherlich nicht passieren, auch nicht auf dem Level meiner Leseranzahl. Wie ich bei anderer Gelegenheit deutlich gemacht habe, komme ich hier nicht weg. Daher muß im Zweifelsfall der Gast dran glauben. Das ist nicht immer gerecht, diesen Anspruch habe ich aber auch gar nicht.

Von daher nehmt es mit Humor oder sonstiger Größe, wenn meine Entspannungsübungen zu bewußter Moderation, vulgo „Zensur“ führt. Es hilft niemandem, wenn ich mir mehr Geduld abverlange als ich habe. Ich bin weder ein Heiliger noch die Inquisition, ich bin Blogger.
Mancher täte gut daran, sich dies einmal in einer ruhigen Minute vor Augen zu führen.

Riesenmotor soll Erde rückwärts drehen

Juli 19, 2010

Muuhaahaa! Ich muß nicht mehr staubsaugen, einmal umziehen genügt. Ich habe mich gerade ein Stündchen lang auf dem Boden gekringelt, die Fusseln aufgenommen und dabei gleich naß gewischt. Die bunten Kriminalgebeamten haben nämlich eine großartige Idee: Das Internet vom Kanzleramt aus resetten, wenn es zu böse wird [via].

Kinder, die meinen das ernst! Na dann wollen wir doch mal kreativ weiterdenken: Wenn der Tag so richtig scheiße war, einfach die Erde um eine Umdrehung zurückschrauben. Und wenn es ganz dicke kommt, ein paar Ründchen mehr. Huii, das wird eine lustige Zukunft.

Hier regiert die Elite

Juli 19, 2010

Mutti, Gutti und die gelbe Schwester erfreuen sich des Lebens, während die schwarzen Statthalter reihenweise das Weite suchen. Wundern muß man sich nicht, wenn die Kinder ausziehen, denn Muttis Gesinde nervt, schlimmer noch als die Alte selbst. Kaum ist Ole von Beust mit seiner Schulreform gescheitert, gibt Hauslehrerin Schavan ihm auch noch eine mit dem Rohrstock: Sie „begrüßt“ das nämlich. Sie mag das Gymnasium, jene schulpolitische Enklave, in der das Wasser erst im Erdgeschoß steht und wo die Hausmeister noch den Aufnehmer schwingen.

Die Rotznasen des Prekariats siechen derweil woanders und infizieren die Elite-Schüler nicht mit ihren ekligen Malaisen. Das ist also die Strategie der Bundesregierung im Bildungsbürgerkrieg. Wer weiß, vielleicht hat so mancher aus der Riege der segensreichen Beschützer unseres oberen Mittelstandes in Berlin die Gegner der Schulreform unterstützt – heimlich oder unheimlich. „Volksentscheid“, so lernen wir bei dieser Gelegenheit einmal mehr, bedeutet nicht, daß das Volk entscheidet, sondern daß das Volk entschieden wird. Da gibt es eben die in der Loge und die auf den Stehplätzen. Man ist halt gern unter sich.

Von wegen "direkte Demokratie"

Juli 17, 2010

Ole von Beust hat fertig, wie es heißt. Die CDU wird’s verkraften können, eine große Karriere stand ihm trotz des Zerfalls der Bundespartei nicht bevor.

Bemerkenswert ist aber die Erfolgsaussicht der reaktionären Front, die auf der unveränderten Beibehaltung des schlechtesten Schulsystems Europas besteht. Denn das Gymnasium ist ja eine Super-Schulform, werden die Kinder des Prekariats doch äußerst erfolgreich schon im Alter von zehn Jahren auf die Resterampe geleitet. Das soll mal so bleiben.

Was heißt hier eigentlich „direkte Demokratie“? Die Hürden für solche Karnevalsumfragen sind viel zu niedrig, um von einem Element der „Demokratie“ zu sprechen. Jeder, der das Kleingeld für die nötige Rumpelpropaganda hat, kann damit Gesetze kippen und beeinflussen. Das ist nicht mehr Demokratie, das ist am Ende noch mehr Kapitalismus.

Wenn ein gewählter Senat oder ein anderes Parlament vom „Volk“ per Abstimmung in die Knie gezwungen werden soll, dann kann man doch wohl verlangen, daß mindestens so viele Bürger abstimmen wie bei der Parlamentswahl selbst. Sonst kann man sich die nämlich in Zukunft sparen. Was ist das überhaupt für eine Idee von Demokratie, in der medial befeuerte Kleingeistigkeit auf Ja/Nein-Fragen reduziert wird?

Traurig genug übrigens, daß die Betroffenen meist blöd genug sind, ihre Interessen nicht wahrzunehmen und dem Kreuzchenmachen fernbleiben. Andererseits ist diese Abstimmung per Abwesenheit auch eine klare Aussage. Als „direkte Demokratie“ wird das offenbar nicht empfunden. Eher als ein Hohn auf die tatsächlichen Machtverhältnisse. Und da ist dann wieder durchaus etwas dran.

Ja, wo laufen sie denn?

Juli 17, 2010

Gehen die Weimarer Verhältnisse dem Ende zu? Die mafiösen Vorgänge unter dem Regime Koch/Weimar sind noch lange nicht aufgeklärt, die Presse versuchte sich noch Anfang dieses Jahres in komplizenhafter Vernebelung, obwohl die FR längst dafür gesorgt hat, daß die Skandale nicht mehr zu vertuschen sind.

Es dürfen noch Wetten abgeschlossen werden, wohin es die Betreiber treibt. Fraport? Energiewirtschaft? Banken? Es gibt so viele Männer in der ehrenwerten Gesellschaft, die ihnen zur Dankbarkeit verpflichtet sind. Vielleicht auch ein nettes Asyl unter Palmen, in den unendlichen Weiten, wo noch nie ein Mensch ein Auslieferungsersuchen zugestellt hat.

Zu doof für Propaganda

Juli 15, 2010

Auf den Unterschied zwischen der Innen-und Außenwahrnehmung Deutschlands bzw. der Selbst- und Fremdwahrnehmung seiner Bewohner weist Claire-Lise Buis beim dradio hin. Wie gut, daß sie nicht nach der aktiven Fremdwahrnehmung der Deutschen gefragt hat, sie hätte vermutlich Ohrstöpsel und Scheuklappen vorgefunden.

In ihrer Betrachtung schleift sie dann allerdings selbst die Differenz zwischen dem, was relevant ist und dem Restkarneval. Ein paar schöne Fußballspiele, die Konfetti über einem Trällermädchen oder wohlklingende Exportzahlen helfen nämlich niemandem, oder altmodisch ausgedrückt: Das kann man alles nicht essen. Als Innenansichtler stelle ich daher fest, daß die Propaganda nicht hängenbleibt. Im Grunde sollte doch niemand bemerken, daß die Bundesregierung ein Haufen planloser Stümper ist, denn dort tun sie nichts anderes als sie angekündigt hatten. Auch der Umgang mit den Griechen entspricht exakt dem, was sie können und der Essenz ihrer Ideologie. Daß die in der Praxis umso weniger taugt, je radikaler sie umgesetzt wird, das wußten die Auguren.

Auf vermeintliche „Strapazen der Wiedervereinigung“ hinzuweisen, erklärt im übrigen gar nichts. Na gut, der Westler hat den „Soli“ an der Backe, und die atemberaubende Lüge der „blühenden Landschaften“ mußte auch erst einmal verdaut werden. „Strapaziös“ war das aber weder für die Konzerne noch für die Deutschen. Strapaziös waren und sind die Plünderung der Menschen zugunsten der Großindustrie, der Niedriglohnwahn und das Austrocknen des Binnenmarktes.

Die Deutschen sind zwar beeinflußbar, und wer die hieisigen Medien kennt, weiß, daß davon reichlich Gebrauch gemacht wird. Die neoliberalen Helden und ihre Sprüche sind bekannt, und wenn man den Michel fragt, er wird Käptn Iglo, den Hans-Werner, brav für „Deutschlands klügsten Professor“ halten. Das wurde ihm so eingebläut, das kann er dann. Wenn es aber darum geht, mehr als die bleichen Gesichter der „Experten“ zu erkennen und selbst erklären zu müssen, warum neoliberale Politik und Wirtschaft gut seien, versagt er kläglich, da gleitet das Geschwätz an ihm ab wie an Teflon.

Stellt sich die akademische Frage nach dem Subjekt der Dummheit: Wer oder was ist hier zu doof? Die Propaganda, weil sie für nicht mehr taugt als das Geplapper von Papageien mit anhaltendem Gedächtnisverlust, oder die Bürger, weil sie die einfachsten Zusammenhänge nicht verarbeiten können? Es wird wohl von beidem etwas sein, und von allem genug.

Wieder so ein Ablenkungsmanöver: Underdog 2010

Juli 14, 2010

underdog Feynsinn wurde in den vergangenen Tagen und Wochen zurecht entlarvt als ein fußball- und regierungsfreundliches U-Boot, Kaderschmiede der Konterrevolution und Boulevardblatt der Blogsphäre. Manche, die sich von dem einen oder anderen Artikel haben blenden lassen, wissen noch gar nicht, daß sie sich von Dieter Bohlen 2.0 haben blenden lassen, denn das Niveau wird wieder einmal tiefergelegt, durch die schon traditionelle alberne Castingshow:

Auch dieses Jahr wird der hiesige Demokrator wieder ein Blog auszeichnen, das ein wenig mehr Publizität verdient hat, als es bekommt. Die Jury hat beschlossen, daß in diesem Jahr auch Newcomer zugelassen sind. Wer also eher unbekannte oder nicht genügend bekannte Blogs kennt, sich verschafft oder im Umlauf bringt, ist aufgefordert, dies hier kundzutun. Der Gewinner steht zwar fast schon fest, aber die Verkündung macht ja keinen Spaß, wenn es keine Nominierungen gibt. Das ist hier nicht anders als bei Grimmes. Wohlan!